Wie am besten ansprechen?

pDL: Zwischen Beratung und Prozessdruck

, Uhr
Berlin -

Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) rücken mit der Apothekenreform stärker in den Fokus. Aber noch immer ist das Bewusstsein für die Leistungen nicht richtig in der Bevölkerung angekommen. Wie kann das Angebot in ein Beratungsgespräch integriert und niedrigschwellig angesprochen werden? Ein Überblick.

Weil der Versorgungsbedarf der Bevölkerung steigt, könnte die Apothekenreform im Hinblick auf die pDL eine Chance bieten, dass sich Apotheken zu Zentren der Primärversorgung weiterentwickeln. Denn neue pDL, erweiterte Aufgaben in der Prävention inklusive Impfen und Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) eröffnen zusätzliche Perspektiven.

Fünf neue pDL

Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sollen zu den bereits etablierten pDL fünf neue eingeführt werden. Dazu gehören:

  • erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Injektionstechnik
  • Beratung in Form einer Kurzintervention zur Prävention tabakassoziierter Erkrankungen
  • Beratung mit risikoadaptierten Messungen zu Risikofaktoren unter Verwendung evidenzbasierter Risikobewertungsmodelle, insbesondere Messungen der erforderlichen Blutwerte und des Blutdrucks sowie Messungen zur Einschätzung des individuellen Risikos, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Adipositas zu erkranken
  • pharmazeutisches Medikationsmanagement bei komplexer Dauermedikation
  • Pharmazeutisches Medikationsmanagement bei neu verordneter Dauermedikation

Mehr pDL anbieten

„Die Apotheken vor Ort können einen erheblichen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten und sichern sich gleichzeitig das Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Versendern“, verdeutlicht Dominik Herzog, Inhaber der Herzog-Apotheke in Neckargemünd. Die pDL seien aber in der Bevölkerung noch nicht so bekannt wie gewünscht, beklagt er. „Viele Menschen wissen nicht, dass Apotheken so etwas anbieten“, so Herzog. Auch deshalb müsse man die pDL verstärkt anbieten. „Wir sind ohnehin der Ansprechpartner für unsere Patienten, deshalb kann das Angebot im Beratungsgespräch gemacht werden.“

Die Erweiterung des pDL-Kataloges sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagt er. „Obwohl mir manche Sachen immer noch fehlen“, so Herzog. „Die Schulung zum Notfallpen beispielsweise. Es passiert oft, dass die Menschen nicht wissen, wie die Pens richtig angewandt werden, im Notfall ist es aber enorm wichtig.“ Deshalb wünsche er sich, dass diese Unterweisung noch den pDL-Katalog komme.

Klare Prozesse

Die Leistungen sollten vom Team selbstsicher angeboten werden. Klar strukturierte Prozesse und digitale Abläufe im Hintergrund können die Arbeit erleichtern. Auch eine verantwortliche Person, die die aktuellen Anforderungen im Blick hat, kann hilfreich sein. Ebenso möglich: In der Warenwirtschaft lassen sich bei bestimmten Medikamentenabgaben Hinweise einstellen, welche pDL geeignet sein könnte. So wird das HV-Personal für das Ansprechen der Kundschaft sensibilisiert.

„Im Beratungsgespräch stellt man ohnehin die Frage nach der Kenntnis der Anwendung, da lässt es sich leicht überleiten zum pDL-Angebot. Man kann auch schon erfolgte Angebote in der Kundenkarte notieren, denn wir wollen die Kundschaft ja auch nicht nerven“, so Herzog.

Wichtiges Argument: „Die pDL gehören zur Kernkompetenz der Apotheke vor Ort. Versender oder Drogerien bieten diesen Service nicht an, deshalb sind diese Leistungen ein klares Abgrenzungsmerkmal.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Sofortiger Termin gewünscht?

Bestellprozesse optimieren, Margen erhöhen

In dieser Folge unserer Videoreihe geht es um Prozess-Optimierung: Wie lassen sich Bestellprozesse in Apotheken effizienter gestalten – wirtschaftlich, praxistauglich und softwaregestützt? Mit dieser Frage beschäftigt sich PKA Anja Löst.

Entdeckt unsere Artikel-Datenbank

Aktuelle Themen, die euren Apothekenalltag bewegen, von Brancheneinblicken bis hin zu praxisnahen Tipps – immer auf dem neuesten Stand! Mehr dazu...

Erfahrt mehr über unser Angebot

Profitiert von einem umfangreichen Produktportfolio mit über 1.600 Rx-Arzneimitteln, zahlreichen Rabattverträgen sowie persönlicher und kompetenter Beratung, um den Rohertrag eurer Apotheke zu steigern. Mehr dazu...