Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) rücken mit der Apothekenreform stärker in den Fokus. Aber noch immer ist das Bewusstsein für die Leistungen nicht richtig in der Bevölkerung angekommen. Wie kann das Angebot in ein Beratungsgespräch integriert und niedrigschwellig angesprochen werden? Ein Überblick.
Weil der Versorgungsbedarf der Bevölkerung steigt, könnte die Apothekenreform im Hinblick auf die pDL eine Chance bieten, dass sich Apotheken zu Zentren der Primärversorgung weiterentwickeln. Denn neue pDL, erweiterte Aufgaben in der Prävention inklusive Impfen und Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) eröffnen zusätzliche Perspektiven.
Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sollen zu den bereits etablierten pDL fünf neue eingeführt werden. Dazu gehören:
„Die Apotheken vor Ort können einen erheblichen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten und sichern sich gleichzeitig das Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Versendern“, verdeutlicht Dominik Herzog, Inhaber der Herzog-Apotheke in Neckargemünd. Die pDL seien aber in der Bevölkerung noch nicht so bekannt wie gewünscht, beklagt er. „Viele Menschen wissen nicht, dass Apotheken so etwas anbieten“, so Herzog. Auch deshalb müsse man die pDL verstärkt anbieten. „Wir sind ohnehin der Ansprechpartner für unsere Patienten, deshalb kann das Angebot im Beratungsgespräch gemacht werden.“
Die Erweiterung des pDL-Kataloges sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagt er. „Obwohl mir manche Sachen immer noch fehlen“, so Herzog. „Die Schulung zum Notfallpen beispielsweise. Es passiert oft, dass die Menschen nicht wissen, wie die Pens richtig angewandt werden, im Notfall ist es aber enorm wichtig.“ Deshalb wünsche er sich, dass diese Unterweisung noch den pDL-Katalog komme.
Die Leistungen sollten vom Team selbstsicher angeboten werden. Klar strukturierte Prozesse und digitale Abläufe im Hintergrund können die Arbeit erleichtern. Auch eine verantwortliche Person, die die aktuellen Anforderungen im Blick hat, kann hilfreich sein. Ebenso möglich: In der Warenwirtschaft lassen sich bei bestimmten Medikamentenabgaben Hinweise einstellen, welche pDL geeignet sein könnte. So wird das HV-Personal für das Ansprechen der Kundschaft sensibilisiert.
„Im Beratungsgespräch stellt man ohnehin die Frage nach der Kenntnis der Anwendung, da lässt es sich leicht überleiten zum pDL-Angebot. Man kann auch schon erfolgte Angebote in der Kundenkarte notieren, denn wir wollen die Kundschaft ja auch nicht nerven“, so Herzog.
Wichtiges Argument: „Die pDL gehören zur Kernkompetenz der Apotheke vor Ort. Versender oder Drogerien bieten diesen Service nicht an, deshalb sind diese Leistungen ein klares Abgrenzungsmerkmal.“
In dieser Folge unserer Videoreihe geht es um Prozess-Optimierung: Wie lassen sich Bestellprozesse in Apotheken effizienter gestalten – wirtschaftlich, praxistauglich und softwaregestützt? Mit dieser Frage beschäftigt sich PKA Anja Löst.
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Transkripte der 5-teiligen Videoreihe
Teil 1 “Handelsspannenausgleich”
Teil 2 “Bestellprozesse”
Teil 3 "Bestellungen bündeln"
Teil 4 “Wirtschaftlich bestellen”
Teil 5 “Kommunikation am HV”

