Tinnitus: Was gegen die Ohrgeräusche helfen kann

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Berlin -

Personen, die keinen Tinnitus haben, können sich kaum vorstellen welche Geräusche die Erkrankten im Ohr wahrnehmen. Die Bandbreite an Tönen ist breit – an schlechten Tagen berichten Betroffene, dass es sich anhört, als würde ein Zug durch ihren Kopf fahren. Apotheker:innen und PTA sollten um die Notwendigkeit der frühen Behandlung wissen. Neben Hörgeräten, die die Störgeräusche rausfiltern, können auch einige medikamentöse Präparate unterstützend wirken.

Piepsen, Dröhnen, Klingel oder Rascheln – all diese Symptome nehmen Tinnitus-Patient:innen wahr. Die Intensität der Geräusche variiert, jeder Tag kann anders sein.

Tinnitus-Definition nach aktueller Leitlinie: Die Ohrgeräusche bestehen seit mindestens drei Monaten und belasten die Betroffenen. Nach heutigem Wissensstand sollte besonders in Bezug auf die Wahl der Therapie nur zwischen akut oder chronisch unterschieden werden.

Auslöser vielfältig

Die Auslöser können ebenfalls vielfältig sein. Bei manchen Personen lässt sich der Beginn der Erkrankung auf einen bestimmten Tag datieren, beispielsweise in Folge eines Hörsturzes oder einem Vorfall mit lautem Knallgeräusch (Silvester-Unfälle). Bei der Menière-Krankheit ist das Innenohr erkrankt, neben Hörverlust und Schwindel kann es hier auch zum Auftreten eines Tinnitus kommen. Weiterhin kann es bei Problemen mit dem Kiefer zu dauerhaften Ohrgeräuschen kommen. Auch anhaltender Stress wird als Auslöser diskutiert. Dabei gelten Stress und psychischer Druck nicht als unmittelbarer Auslöser der Erkrankung, jedoch berichten rund ein Viertel aller Patient:innen über eine angespannte Lebenssituation im zeitlichen Zusammenhang mit dem Ausbruch der Krankheit. Darüber hinaus haben die Lebensumstände einen Einfluss darauf, wie die Ohrgeräusche wahrgenommen werden. Bei Depression, Angst und Stress werden Rauschen & Co. bewusster – und damit auch lauter – wahrgenommen.

Die Verwendung von Ohrstöpseln bei Konzerten, Festivals oder an Silvester kann die Ohren schützen. Auch im beruf sollten stets die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen angewendet werden.

Direkt zum Arzt

Bei erstmaligem Auftreten von Ohrgeräuschen, die länger als einen Tag anhalten, sollten Betroffene aufmerksam werden. Wer nach einem Konzert oder einer langen Partynacht ein Rauschen wahrnimmt, der wird in den allermeisten Fällen eine Besserung der Symptomatik binnen weniger Stunden feststellen. Der Gang zum HNO-Arzt/zur HNO-Ärztin kann durch eine Hörprüfung Hörstörungen ausschließen.

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