Verblisterung

Holdermann: Blister machen gesünder APOTHEKE ADHOC, 12.10.2015 11:02 Uhr



Sachsen ist bereits das dritte Bundesland, in dem sich Apotheker und Ärzte kritisch zur Verblisterung äußern. Den Anfang machte 2011 Brandenburg: Ärzte- und Apothekerkammer lehnten in einem gemeinsamen Positionspapier die Zweitverblisterung ab. Dr. Jürgen Kögel, der damalige Präsident der Apothekerkammer, kritisierte nicht nur erhebliche Risiken, etwa in Sachen Stabilität und Haltbarkeit, sondern auch, dass Heime Druck auf Apotheken ausübten.

Der BPAV kritisierte damals, „Kammer-Egoismen“ und „Besitzstandswahrung“ verhinderten Fortschritt wie eine verbesserte Therapietreue und verringerte Folgekosten. Die Verblisterung verkleinere auch nicht das zur Verfügung stehende Sortiment, denn grundsätzlich sei jedes Blisterzentrum verpflichtet, alle blisterfähigen Arzneimittel anzubieten.

Die Heilberufler in Thüringen zogen 2014 mit einem gemeinsamen Positionspapier nach. Beteiligt waren wie aktuell in Sachsen Apothekerkammer und -verband, Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung. Sie warnten, dass immer wieder kurzfristige Therapieänderungen nötig seien. Müsse deshalb der gesamte Blister weggeworfen und neu hergestellt werden, sei dies unter Umständen aus Sicht der Kostenträger unwirtschaftlich.

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