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Kassen-Blockade: Sonnen-Apotheke darf nicht verblistern Lothar Klein, 12.02.2018 10:03 Uhr

Berlin - 1990 hat er seine Approbation erhalten. 1992 ist er von Hamburg nach Wismar, von West nach Ost umgezogen – gegen den Trend. „Das habe ich nie bereut“, erzählt Tim Langenbuch heute. In Wismar führt er eine Vorzeige-Apotheke. „Eine der modernsten im Land“, titelte kürzlich die Ostsee-Zeitung. In der Sonnen-Apotheke werden auch Zytostatika hergestellt und Arzneimittel verblistert. Aber hier kommt der Apotheker nicht so voran wie erhofft: „Ich möchte ambulante Pflegedienste mit Blistern unterstützen. Aber die Krankenkassen weigern sich“, kritisiert Langenbuch.

Das Herz des Apothekers schlägt für die Verblisterung: „Ich bin ein Blister-Fan“, so Langenbuch, der noch großes Entwicklungspotential für dieses Angebot sieht. „Immer mehr ältere, mulitmorbide Patienten sind mit ihrer Medikation überfordert.“ Inzwischen lassen sich 30 Patienten auf eigenen Rechnung die Blister wöchentlich von der Sonnen-Apotheke vorbereiten. Das kostet 2,50 Euro und eine einmalige Aufnahmegebühr von 20 Euro. Auch ein Pflegeheim mit 120 Bewohnern versorgt Langenbuch mit Blistern.

Zwei Mitarbeiter arbeiten seit 2014 in der Blister-Abteilung, eine PTA und eine Apothekerin. Eigentlich wollte der Apotheker im nächsten Schritt mit ambulanten Pflegediensten zusammenarbeiten. „Die haben großen Bedarf. Die Zeit der Pflegekräfte ist kostbar und knapp. Durch die Verblisterung gewinnen die Pflegedienste Zeit für andere wichtige Aufgaben am Patienten und die Arzneimittelsicherheit steigt“, so Langenbuch.

Doch bis auf Weiteres bleibt diese Tür verschlossen: „Die Rahmenverträge der Pflegedienste enthalten ein Subunternehmerverbot.“ Daher dürfe er derzeit keine Blister liefern. Mit Kassen und der Politik will Langenbuch darüber sprechen, wie man den Weg frei machen kann.

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