Spahn: Antikörpertest reicht als Nachweis

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Berlin - Möchten Genesene ein Genesenenzertifikat oder ein Impfzertifikat nach erfolgter Auffrischimpfung erhalten, so müssen sie ihre überstandene Infektion mittels PCR-Testergebnis nachweisen. Zukünftig soll ein positiver Antikörpertest für den Nachweis ausreichen, so das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) folgt. Auch Apotheken könnten Antikörpertests anbieten.

Bislang galten Antikörpertests als unsicher, ungenau und wenig hilfreich im Kampf gegen Corona. Nun könnten die In-vitro-Diagnostika doch noch wichtig werden – zukünftig soll ein positiver Antikörpertest zum Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion für die Indikation der Einmalimpfung ausreichen. Spahn folgt mit diesem Vorhaben einer Empfehlung der Stiko. Diese sprach sich bereits im Juli dafür aus, dass Antikörpertests ebenfalls zum Covid-Nachweis ausreichen würden.

Der Berufsverband der Deutschen Laborärzte (BDL) begrüßt diese Empfehlung. Laut dem Vorsitzenden Dr. Andreas Bobrowski ist das Vorhaben des Bundesgesundheitsministers ein wichtiges Signal: „Antikörpertests senken die Impf-Hürden. Diese Botschaft der deutschen Laborärzte ist angekommen. Das ist ein gutes Signal an die vielen Verdachtsfälle, die im medizinischen Labor bereits einen Antikörpertest durchgeführt haben. Ihr Weg zu den neuen alten Freiheiten wird jetzt kürzer.“

Denn zukünftig soll ein positiver Antikörpertest ausreichen, um eine Auffrischimpfung zu erhalten, welche dann zum vollständigen Impfschutz führt. „Die Entscheidung macht medizinisch Sinn, weil die unnötige Zweitimpfung vermieden wird. Und der nun überschüssige Impfstoff kann und muss in den Teilen der Welt eingesetzt werden, wo er knapp ist, damit die Pandemie möglichst schnell zu Ende geht.“

Rein rechtlich könnten Apotheken Antikörpertests anbieten. Doch ganz so positiv wie die Laborärzt:innen sieht die Standesvertretung der Apotheker das Angebot der neuen Dienstleistung nicht. „Die Genauigkeit der derzeit am Markt verfügbaren Tests ist unbefriedigend“, urteilt die Abda Ende August. Dabei kommen immer neue Analysegeräte auf den Markt die mittels Kapillarblut genaue Ergebnisse liefern können. Der Lateral-Flow-Assay erfolgt nicht mehr allein durch das Ablesen von Streifen – die Geräte geben konkrete Werte aus. Das quantitative IgG-Testergebnis könnte also zukünftig ausreichen, um mittels einfacher Immunisierung als vollständig geimpft zu gelten.

Nun müssten noch die Krankenkassen nachziehen, denn erst durch eine Verankerung im Leistungskatalog wird der Nachweis für die Versicherten kostenfrei.

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