SPD: Rechts-Links-Koalition gegen Apotheker

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Berlin - In der SPD zementiert sich immer stärker das Nein zum von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgeschlagenen Rx-Versandverbot. Jetzt haben mit dem konservativen Seeheimer Kreis und der Parlamentarischen Linken (PL) zwei einflussreiche Gruppierungen in der SPD in einer gemeinsamen Erklärung ihre Ablehnung des Rx-Versandverbotes zu Protokoll gegeben. Gemeinsame Erklärungen der beiden SPD-Flügel sind eine Seltenheit.

„Kein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten“, lautet die Überschrift der Mitteilung. Versorgungssicherheit für Patienten brauche beides: „lebensfähige Apotheken und Versandhandel“. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) finde in Deutschland kein fairer Wettbewerb mehr statt, wenn ausländische Versandapotheken im Gegensatz zu den stationären Apotheken nicht mehr an die einheitlichen Apothekenabgabepreise gebunden seien. Deswegen plane Gesundheitsminister Gröhe ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

„Wir lehnen ein Verbot des Versandhandels ab. Ein Verbot ist keine Lösung für die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung sowohl in Ballungsgebieten wie auf dem Land. Wir brauchen beides: lebens- und leistungsfähige Apotheken ebenso wie einen Versandhandel für diejenigen Patienten, die einen langen oder zu beschwerlichen Weg bis zur nächsten Apotheke haben oder die auf Rezepturen durch Spezialversender angewiesen sind“, schreiben der Seeheimer Kreis und die PL.

Beides könne aber miteinander in Einklang gebracht werden. Die SPD habe 2003 gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen und der CDU/CSU den Versandhandel als Ergänzung zur Versorgung durch die Apotheke eingeführt. „Dieser Schritt hat sich seither als sinnvoll und richtig herausgestellt“, so die Erklärung. Menschen, die darauf angewiesen seien, nutzten den Versandhandel. Der Anteil des Versandhandels an verschreibungspflichtigen Medikamenten liege bei 1,7 Prozent oder weniger des Gesamtumsatzes.

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