Rekord: 10 Milliarden Euro für Arzneimittel

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Berlin -

Die Krankenkassen haben im ersten Quartal 3,9 Prozent mehr für Arzneimittel ausgegeben. Das geht aus dem Quartalsbericht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hervor. Damit wurde die Schwelle von 10 Milliarden Euro geknackt.

10,23 Milliarden Euro haben AOKen, BKKen, IKKen, Ersatzkassen und Knappschaft von Januar bis März für Medikamente ausgegeben. Das sind 370 Millionen Euro mehr als im Vorjahresquartal. Besonders stark war die Kostenteigerung bei den Betriebskrankenkassen, sie gaben 5 Prozent mehr aus als im Vorjahresquartal.

Das Wachstum der Arzneimittelausgaben liegt damit leicht über der allgemeinen Zunahme: Um 3,5 Prozent sind die Ausgaben der GKV im ersten Quartal gestiegen, während auch die Zahl der Versicherten ungewohnt deutlich um 1 Prozent zunahm. Beim Anstieg der Arzneimittelausgaben spielten weiterhin die Entwicklungen im Bereich innovativer Arzneimittel eine zentrale Rolle. Außerdem sei es im Unterschied zu den Vorjahren nicht mehr zu hohen Zuwächsen bei Rabattvereinbarungen zwischen Krankenkassen und Herstellern gekommen. Bei allen Kassen zusammen machten Arzneimittel im ersten Quartal 17 Prozent der Ausgaben aus.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 59,7 Milliarden Euro, bei Einnahmen von 60,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich bleibt deshalb ein Überschuss von rund 416 Millionen Euro. Damit sind die Finanzreserven der Krankenkassen bis Ende März auf rund 19,9 Milliarden Euro gestiegen – dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve.

Insbesondere die AOKen können wieder Einiges auf die hohe Kante legen: 197 Millionen Euro beträgt ihr Überschuss im Quartal. Bei den Ersatzkassen sind es 122 Millionen Euro, bei der Knappschaft 53 Millionen Euro, bei den BKKen 29 Millionen Euro. Auch die Innungkrankenkassen konnten immerhin noch 18 Millionen Euro ins Sparschwein werfen. Verluste machte nur Landwirtschaftliche Krankenversicherung, sie stand mit 3 Millionen Euro im Minus.

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