Arzneimittelausgaben stiegen über Soll

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Berlin - Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen sind im Jahr 2017 schneller gestiegen als zwischen Ärzten und Krankenkassen vereinbart. Wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt mitteilte, stiegen die Gesamtausgaben um 4 Prozent oder 1,42 Milliarden Euro auf 39,88 Milliarden Euro. Vereinbart war ein Anstieg von 3,2 Prozent. Darin enthalten ist auch das Apothekenhonorar. Rabattverträge sind berücksichtigt.

Pro Patient stiegen die Arzneimittelausgaben im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent. Das stärkere Gesamtausgabenwachstum ist daher auf die gestiegene Zahl der GKV-Versicherten zurückzuführen. Nach Angaben des DAV erhöhte sich die Anzahl der GKV-Versicherten um knapp 800.000 (plus 1 Prozent) auf fast 73 Millionen. Zugleich sank aber die Zahl der verordneten Arzneimittelpackungen um 2,1 Prozent auf 741 Millionen.

Gestiegen sind 2017 erneut auch die Einsparungen der Kassen aufgrund von Rabattverträgen. Laut BMG betrug der Anstieg 4,3 Prozent. Danach lagen die Kassenersparnisse aus Rabattverträgen erstmals knapp über vier Milliarden Euro. 2016 waren die Rabatterlöse sogar um 7,8 Prozent auf rund 3,85 Milliarden Euro gestiegen.

Ingesamt vermeldet das BMG für die GKV für 2017 einen Überschuss von rund 3,15 Milliarden Euro. Dieser Überschuss lag damit nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahr (2016: 1,62 Milliarden Euro). Die Finanzreserven der Krankenkassen stiegen bis Ende 2017 auf den Rekordwert von 19,2 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Finanzreserve sämtlicher Krankenkassen beträgt etwa eine Monatsausgabe und liegt damit viermal so hoch wie die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve. Erstmals erfüllen alle Kassen die Mindestreservepflicht.

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