Trotz Boni: Rx-Versandhandel steckt fest

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Berlin -

Knapp zwei Jahre nach dem EuGH-Urteil zu Rx-Boni für ausländische Versandapotheken kann der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln keine Marktanteile hinzugewinnen. Im ersten Halbjahr 2018 stagnierte der Rx-Umsatz der Versender, nur bei den abgegebenen Rx-Packungen konnten sie um 2 Prozent leicht zulegen. In den Vor-Ort-Apotheken wuchs der Rx-Umsatz hingegen nach aktuellen Zahlen von Iqvia schneller um 5 Prozent. Wegen des guten OTC-Geschäfts befindet sich der Versandhandel insgesamt aber weiter im Aufwind.

Im ersten Halbjahr legten Arzneimittel über den elektronischen oder telefonischen Bestellweg um je 7 Prozent nach Umsatz und Absatz zu. Insgesamt bestellten Verbraucher 64 Millionen Packungen im Wert von 608 Millionen Euro. Treiber ist dabei die weiterhin hohe Nachfrage nach OTC Präparaten: Diese legte in den ersten sechs Monaten um 9 Prozent nach Wert und 7 Prozent nach Menge zu. Rezeptpflichtige Arzneimittel, deren Anteil am Versandhandel nach wie vor gering ausfällt, verbuchten Iqvia zufolge nur 2 Prozent mehr Packungen bei stagnierender Wertentwicklung.

Unter den führenden Präparategruppen im OTC-Versandhandel wurden vor allem Schnupfenmittel (+13 Prozent), Hypnotika und Sedativa (+10 Prozent) und Produkte gegen trockene Augen (+9 Prozent) stärker nachgefragt. Zu den führenden Rx-Gruppen des Versandhandels gehörten in der Mehrzahl Therapien gegen chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Angiotensin-II-Antagonisten als Monopräparate: +9 Prozent; Diuretika: +5 Prozent und Lipidregulatoren: +5 Prozent), aber auch Thyreoidpräparate (+5 Prozent) gegen Schilddrüsenerkrankungen und Antidepressiva (+3 Prozent).

Im gesamten Apothekenmarkt gingen im ersten Halbjahr 821 Millionen Packungen Arzneimittel im Wert von 17,7 Milliarden Euro (ApU) an Patienten. Der Umsatz legte um 5 Prozent zu. Die Packungszahl wuchs um 3 Prozent. Laut Iqvia verlief die Entwicklung in den ersten sechs Monaten aber sehr schwankend: Im April erzielte der Apothekenmarkt die höchsten Steigerungsraten (Umsatz +11 Prozent/Absatz +6 Prozent).

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