Partei-Neuaufbau

Postengerangel in der SPD dpa, 20.10.2017 18:11 Uhr

Berlin - Die Personalpolitik des SPD-Vorsitzenden Martin Schulz und seines Teams beim Neuaufbau nach dem Wahldebakel wird in der Partei zunehmend kritisch gesehen. Nachdem Schulz mit seinem Plan, den aufstrebenden Abgeordneten Lars Klingbeil vom konservativen Flügel zum neuen Generalsekretär zu machen, die Frauen in der SPD gegen sich aufgebracht hat, kassiert der Parteichef nun eine Absage einer anderen Hoffnungsträgerin.

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus SPD-Kreisen erfuhr, schlug die Noch-Juso-Chefin Johanna Uekermann Schulz' Angebot aus, neue Bundesgeschäftsführerin zu werden. Knatsch gibt es auch in der Fraktion. Die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will sich nicht vom bisherigen Fraktionsboss Thomas Oppermann von ihrem Platz als Bundestagsvizepräsidentin verdrängen lassen.

Die 30 Jahre alte Uekermann war bei der Bundestagswahl nicht ins Parlament gekommen, weil sie auf der SPD-Landesliste in Bayern einen aussichtslosen Platz erhielt. Uekermann gibt im November nach vier Jahren den Vorsitz des SPD-Nachwuchses Jusos ab. Die junge linke Genossin gilt als Macherin, die darauf brennt, den Neuanfang aktiv mitzugestalten – jedoch nicht auf dem Bundesgeschäftsführerposten, wo viel Verwaltung wie die Organisation von Parteitagen wartet.

Als Bundesgeschäftsführerin im Willy-Brandt-Haus amtiert Juliane Seifert. Sie kam erst im Frühjahr 2016 ins Amt. Bei der Wahl war die SPD mit 20,5 Prozent auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis abgestürzt. Der Führungszirkel der Partei, Andrea Nahles, Olaf Scholz, Manuela Schwesig, Stephan Weil und andere, sprach dem gescheiterten Kanzlerkandidaten Schulz anschließend das Vertrauen aus. Weils Sieg bei der Niedersachsen-Wahl stabilisierte Schulz bis auf weiteres. Der 61-Jährige will beim Parteitag im Dezember erneut für den Vorsitz kandidieren.

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