CSU bittet Apothekenfreunde um Spenden

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Berlin -

Wie keine andere Partei hat die CSU sich seit dem EuGH-Rx-Boni-Urteil hinter die Apotheker gestellt. Noch vor Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) preschte seine bayerische Kollegin Melanie Huml (CSU) im Bundesrat mit einem Antrag für ein Rx-Versandverbot vor. Jetzt will die CSU ihre apothekerfreundliche Politik versilbern. Auf der CSU-Internetseite ruft Parteichef Horst Seehofer mit Bezug dazu unverhohlen zu Spenden von Apothekerfreunden auf – eine ungewöhnliche Spendenaktion.

„Liebe Apotheker“ heißt es dort, „wir setzen uns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Deutschland ein. Sie können sicher sein, dass wir diese Forderung im Gegensatz zu anderen Parteien nach der Wahl durchsetzen werden“, verspricht Seehofer. Darunter ist ein einminütiges Video mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer zu sehen: „Wir brauchen die Apotheke vor Ort.“

Die CSU sage „Danke für das herausragende Engagement“ der Apotheker und anderer Heilberufe für die „Menschen in unserem Land“. Apotheken seien ein „unersetzbares Standbein“ der Versorgung vor Ort. Deshalb wolle die CSU den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln verbieten. „Wir stehen zur Apotheke“, so Scheuer weiter, „Danke für den wertvollen Dienst“. Eine flächendeckende Versorgung mit Apotheken sei unabdingbar. „Wir wollen sicherstellen, dass Apotheken auch außerhalb der Ballungsräume existieren können.“

Im weiteren Verlauf des Spendenaufrufs verweist die CSU auf ihre gesundheitlichen Positionen: Sie garantiere den Menschen eine gleichwertige, flächendeckende Versorgung in Stadt und Land. Keine Region werde zurückgelassen. Die CSU wolle dezentrale Strukturen stärken, Arbeitsplätze aufs Land verlagern und die Daseinsvorsorge in ländlichen Gebieten sichern. Darauf folgen Ausschnitte aus dem CSU-eigenen Wahlprogramm, dem „Bayernplan“.

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