Ärztemangel

Niedersachsen: Umsatzgarantie für Landärzte

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Berlin -

Die niedersächsische Landesregierung sieht sich bei der Bekämpfung des Ärztemangels auf dem Land auf einem guten Weg, unter anderem mit Maßnahmen wie einer Umsatzgarantie und Unterstützung bei Gründung oder Übernahme einer ärztlichen Niederlassung. Besondere Hoffnungen setzt sie in die Landarztquote – erhält jedoch Widerspruch von den Ärzten.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium hat den Gesundheitsausschuss des Landtages am Donnerstag über die Ergebnisse einer Evaluation zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum unterrichtet. Darin waren die bisherigen Maßnahmen des Landes im Kampf gegen den Ärztemangel auf Grundlage von Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf ihre Wirksamkeit untersucht worden.

„Die Auswertung der Daten der KVN bestätigt, dass die bisherigen Maßnahmen und Angebote zur Verbesserung der medizinischen Versorgung wie Studienstipendien, Weiterbildungen und Niederlassungsförderungen gut angenommen werden“, erklärte dazu Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Dennoch könnten dem Land nach den Prognosen der KVN im Jahr 2030 rund 1000 Hausärzte fehlen, insbesondere im ländlichen Raum. „So weit wollen und dürfen wir es nicht kommen lassen“, so Reimann. Deshalb halte sie die zeitnahe Einführung einer Landarztquote für ausgesprochen sinnvoll. „Sie kann ein weiteres wichtiges Instrument im Kampf gegen den drohenden Mangel an Ärztinnen und Ärzten in der Fläche sein.“

Die Ärzte selbst sind davon aber wenig begeistert. Bei der Ärztekammer stößt die Quote auf Ablehnung. „Wenn ich eine Quote für Allgemeinmedizin schaffe, befördere ich einen Mangel bei anderen Disziplinen, die heute schon wenig von Studierenden gewählt werden“, sagte die Präsidentin Martina Wenker. „Dann muss ich erklären, warum zum Beispiel Beatmungspatienten verlegt und Intensivstationen geschlossen werden müssen, weil keine Intensivmediziner und Notärzte mehr nachkommen.“

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