Ärztetag

Mediziner wollen keine Landarztquote

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Berlin -

Der Deutsche Ärztetag hat eine „Landarztquote“ gegen den Ärztemangel abgelehnt. Nur die wenigsten Bewerber könnten schon vor ihrem Studium einschätzen, welche Fachrichtung sie später einschlagen und ob sie auf dem Land arbeiten wollten, hieß zur Begründung beim Kongress in Hamburg. „Außerdem wäre ein Vorzug von Bewerbern, die sich für eine spätere ärztliche Tätigkeit auf dem Land verpflichten, gegenüber Bewerbern, die dies noch nicht für sich entscheiden möchten, eine ungerechte Begünstigung.“

Zur Bekämpfung des Mangels an Hausärzten seien stattdessen mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin und eine Stärkung der Ausbildungsmöglichkeiten in Arztpraxen erforderlich. Nur jeder zweite Hausarzt findet derzeit einen Nachfolger, wenn er ausscheidet. Die größten Probleme bestehen auf dem Land. Mittlerweile trifft es aber auch sozial schwächeren Gebiete in größeren Städten.

Bei der sogenannten Landarztquote handelt es sich um den Vorschlag, angehenden Medizinstudenten, die sich verpflichten, später eine gewisse Zeit lang in ländlichen Regionen mit Ärztemangel zu praktizieren, bevorzugt einen Studienplatz zu geben.

Der Ärztetag fordert dagegen, die Vergabe von Medizinstudienplätzen nicht nur an den Abiturnoten auszurichten, sondern stärker als bisher psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung zu berücksichtigen. Ziel müsste eine Verbesserung der Ausbildung insgesamt unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus Modellstudiengängen sein.

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