Wegen GKV-Spargesetz

Miese Stimmung bei Hausärzten

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Berlin -

Frust in den Hausarztpraxen: Die Attraktivität ihres Berufs habe in den vergangenen fünf Jahren abgenommen, finden fast 80 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte. Das legt eine Mitgliederbefragung des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HÄV) nahe, die im Vorfeld des 47. Hausärztinnen- und Hausärztetages veröffentlicht wurde.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation gaben mehr als 40 Prozent der Teilnehmenden an, diese habe sich in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert – weitere 25 Prozent finden sogar, sie sei „deutlich schlechter geworden“. Fast 90 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass die Leistung von ihnen und ihrem Team von der Politik nicht ausreichend anerkannt wird. Mehr als 70 Prozent fühlen sich im Alltag durch Bürokratie belastet.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) drückt die Stimmung weiter: Mehr als 85 Prozent der Befragten befürchten finanzielle Einbußen in der Praxis. Fast 70 Prozent sorgen sich um die fachärztliche Versorgung und 58 Prozent rechnen damit, durch die neuen Bestimmungen weniger Zeit für die Patienten zu haben.

Die HÄV-Bundesvorsitzenden, Professor Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth sowie Dr. Markus Blumenthal-Beier, warnen: „Mit der Hausarztmedizin steht ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung vor existenziellen Herausforderungen. Wenn Politik und Selbstverwaltung nicht bald ihren Kurs wechseln und unsere Praxen finanziell wie strukturell stärken, dann wird die hausärztliche Versorgung in so mancher Region ins Rutschen geraten.“

Hoffen auf HZV

Durch das Vergütungssystem des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) erwarten nur knapp 9 Prozent der Befragten das größte wirtschaftliche Potenzial für ihre Praxis. Deutlich mehr hoffen auf die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) (35 Prozent) oder auf Einnahmen auf Basis der Gebührenordnung für Ärzte und Selbstzahler (33 Prozent).

Das dürfte den HÄV freuen, der die HZV 2008 ins Leben rief. Das Konzept ist mittlerweile im Gesetz verankert. Rund 16.000 Hausärzt:innen sind laut Verband Teil dieses hausärztlichen Primärversorgungssystems.

„Die HZV ist der Anker, der die Hausärztinnen und Hausärzte noch in ihren Praxen – und in einer hochwertigen Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung – hält“, so Blumenthal-Beier. „Über zehntausend Praxen sind wirtschaftlich abhängig von diesen Verträgen, die ihnen nicht nur finanzielle Stabilität, sondern auch strukturell die Rahmenbedingungen ermöglichen, die sie für eine hochwertige Versorgung brauchen.“

An der Online-Befragung nahmen vom 26. August bis zum 6. September 2026 etwa 4700 Personen teil, darunter 4550 Hausärztinnen und Hausärzte. Eine individuelle Verifikation der Teilnehmerangaben erfolgte nicht. Die Ergebnisse sind daher laut HÄV als Stimmungsbild der Teilnehmenden, nicht jedoch als repräsentative Erhebung zu verstehen.

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