Krankschreibung jetzt auch über Videosprechstunde

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Berlin -

Patienten müssen seit Ende vergangener Woche nicht mehr zum Arzt, um eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung (AU) zu erhalten: Seit dem 7. Oktober dürfen Krankschreibungen per Videosprechstunde ausgestellt werden. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juli beschlossen. Allerdings gibt es einige Einschränkungen.

Die Idee, AU-Scheine online auszustellen, ist nicht neu – wie schon der Name des Hamburger Start-ups AU-Schein.de nahelegt. Gründer Dr. Can Ansay hatte das Geschäftsmodell jedoch einigen Ärger eingebracht. Im Juli schließlich verabschiedete der G-BA eine Änderung der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie, die die Ausstellung von Krankenscheinen ohne vorherigen physischen Kontakt zum Arzt ermöglicht – und nun in Kraft getreten ist.

Einfach über Kry, Zava oder Teleclinic einen Termin vereinbaren und sich vom Sofa aus krankschreiben lassen, geht damit aber nicht. Denn der G-BA hat einige Hürden eingebaut, die vor allem den großen Telemedizin-Anbietern einen Strich durch die Rechnung machen: Der Patient kann sich nämlich nur von Vertragsärzten krankschreiben lassen, in deren Praxis er zuvor bereits mindestens einmal war. „Eine generelle Krankschreibung nur auf Basis eines Telefonates, einer Chat-Befragung oder eines Online-Fragebogens wurde explizit ausgenommen“, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Der G-BA hat bei seinem Beschluss im Juli deutlich gemacht, dass als Standard für die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit weiterhin die unmittelbare persönliche ärztliche Untersuchung gelte.“

Allerdings: Ab wann man dem Arzt als bekannt gilt, ist Auslegungssache. „Entscheidend ist, dass die Patientin oder der Patient in der Praxis bekannt ist“, erklärt Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied beim G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Veranlasste Leistungen. Das heißt, der Patient muss dem Arzt, der ihm den AU-Schein ausstellt, nicht persönlich bekannt sein. Es reicht beispielsweise, wenn er in der Gemeinschaftspraxis von einem anderen Arzt untersucht wurde.

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