Koalitionsgipfel

Schadensbegrenzung: ABDA kompromissbereit APOTHEKE ADHOC, 30.03.2017 13:14 Uhr

Berlin - Nach dem Scheitern des Rx-Versandverbotes hat ABDA-Präsident Friedemann Schmidt jetzt erstmals Bereitschaft zu einem Kompromiss erkennen lassen. In einem Video-Statement zum Ergebnis des Koalitionsgipfels sagte Schmidt: „Wir werden uns einer Diskussion über eine Schadensbegrenzung nicht verschließen.“ Die ABDA werde aber keine „faulen Kompromisse“ in Richtung Preiswettbewerb akzeptieren. Seit dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober hatte die ABDA jede Alternative zum Rx-Versandverbot kategorisch abgelehnt.

Schmidt zeigte sich im Statement enttäuscht über den Ausgang des Koalitionsgipfels. „Das ist eine ganz schlechte Nachricht für Patienten und Apotheker“, sagte Schmidt. Die Koalition habe offenbar nicht mehr die Kraft, Sachthemen vom Tisch zu räumen und sich zu einigen: „Das ist für uns schade und es wird einigermaßen schwer sein, damit umzugehen.“ Neben Sachargumenten hätten bei der Entscheidung auch „Machtargumente“ eine Rolle gespielt und damit auch sachfremde Argumente, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hätten.

Vielleicht handele es auch um eine Kraftprobe der Koalitionspartner. „Was auch immer, ist mir auch egal, es bleibt dabei, das ist eine schlechte Entscheidung“, so Schmidt. Jetzt seien die politischen Parteien, vor allem die SPD, gefragt. Sie müssten sagen, wie sie Schaden von den deutschen Apotheken abwenden wollten. Schmidt: „Wir werden uns einer Diskussion über Schadensbegrenzung, wie auch immer diese aussieht, nicht verschließen.“

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk, bedauert Entwicklung: „Es ist bedauernswert, dass unser Koalitionspartner auf Bundesebene das Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht mitträgt. Das Verbot wäre im Interesse aller Patienten und Patienteninnen, denn nur so können wir eine flächendeckende, wohnortnahe Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort sicherstellen. Die Union wird sich weiterhin dafür einsetzen.“
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