Keine Nullnummer: ABDA will doch mehr Geld

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Berlin - Jedes Jahr verlangt die ABDA von ihren Mitgliedsorganisationen mehr Geld. Damit sollte 2020 eigentlich Schluss sein. Kammern und Verbände verdonnerten die ABDA-Führung um Präsident Friedemann Schmidt für 2020 zu einer Nullrunde. Daraus wird wohl nichts werden. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC will die ABDA auch 2020 wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Haushaltsentwürfe gehen dem Vernehmen nach von Steigerungen von 3 bis 4 Prozent aus. Hier droht der nächste Zoff.

Als Reaktion auf den von einigen Kammern und Verbänden kritisierten Arbeitsstil der ABDA-Führung in Berlin hatte die Mitgliederversammlung im Juni 2018 eine Nullrunde für den Haushalt 2020 beschlossen. Erstmals wurde über den Haushalt 2019 als Zeichen des Protestes geheim abgestimmt. Zuvor wurde über den ABDA-Haushalt 2019 ausführlich und kontrovers diskutiert: „Da geht es immer hoch her, das ist für Kammern und Verbände ein großer Posten“, reagierte Schmidt vor knapp einem Jahr auf die Kritik von Kammern und Verbänden. Die jährliche Erhöhung der Beträge „könne nicht überall nachvollzogen werden“, räumte Schmidt ein. Nach Schmidts Angaben lag die Etat-Zustimmung im Juni 2018 am Ende bei 88 Prozent. Im Vorfeld hatten die Kammern Nordrhein und Mecklenburg-Vorpommern ihre Ablehnung angekündigt.

Die Mitgliedsorganisationen forderten die ABDA aber zugleich auf, das jährliche Haushaltswachstum der ABDA zu überprüfen und für 2020 eine Nullrunde vorzusehen. „Der Wachstumsprozess muss pausieren“, kündigte ABDA-Präsident Schmidt daraufhin an. 2019 stiegen die Abführungen von Kammern und Verbände noch um linear 3,48 Prozent.

Davon ist nun offenbar nicht mehr die Rede. Dem Vernehmen nach will die ABDA erneut 3 bis 4 Prozent mehr Geld ausgeben. Der ABDA-Etat soll bis an die 20 Millionen Euro-Grenze wachsen, sie vielleicht sogar überschreiten. In den ABDA-Gremien werden derzeit mehrere Entwurfsvarianten mit unterschiedlichen Steigerungsraten geprüft. Aber wie lässt sich die geforderte Nullrunde trotzdem einhalten? Diskutiert wird derzeit darüber, einen Teil der vorgesehenen Mehrausgaben oder den kompletten Anstieg aus den Rücklagen der ABDA zu finanzieren, um den sonst notwendigen Anstieg der Abführungen von Kammern und Verbänden an die ABDA zu drosseln oder zu vermeiden. Entschieden ist noch nichts. In den Mitgliedsorganisationen regt sich bereits Widerstand.

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