Koalitionsvertrag

JuLis: Ketten statt Versandverbot Gabriele Hoberg, 15.02.2018 17:02 Uhr

Berlin - Eine Woche hat es gedauert, jetzt kommen Kritik und Spott über das geplante Rx-Versandverbot. Die Jungen Liberalen (JuLis) machen mobil gegen die Absicht der Großen Koalition, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu verbieten. Phil Hackemann, stellvertretender Bundesvorsitzender, nannte den Plan einen weiteren Beweis für die Rückwärtsgewandtheit von Merkel & Co.

Für Hackemann ist der Versandhandel ein „innovatives Geschäftsmodell”, das die flächendeckende Versorgung stärke und außerdem bewegungseingeschränkten Menschen eine Hilfe sei. Hackemann weiter: „Doch statt den Apothekenmarkt fair zu gestalten und allen Unternehmen eine gleichberechtigte Teilnahme daran zu ermöglichen, fällt der GroKo offenbar nichts Besseres ein, als die unliebsame Konkurrenz kurzerhand einfach nur zu verbieten. Das ist Klientelpolitik vom Feinsten und zwar zulasten der Bürger.”

Außerdem müssten mündige Bürger selbst entscheiden dürfen, wie und wo sie ihre Medikamente kaufen. „Auch auf dem Apothekenmarkt ist Wettbewerb sinnvoll und belebt das Geschäft.“ Natürlich müssten dabei für alle Marktteilnehmer die gleichen Bedingungen gelten. „Deshalb sollten wir nicht darüber diskutieren, ob der Versandhandel verboten, sondern eher, ob die Preisbindung für Arzneimittel aufgehoben werden sollte.“

Allgemein müsse der Apothekenmarkt liberalisiert werden. „Dessen Strukturen sind antiquiert und verhindern Innovation und Wettbewerb.“ Daher setzen sich die JuLis zum Beispiel auch für die Aufhebung des „Fremd- und Mehrfachbesitzverbotes“ ein, welches es „Apothekern bisher verbietet, ihr Unternehmen mit der Zeit wachsen zu lassen“. Hackemann: „Ich erwarte nun auch von der FDP-Bundestagsfraktion, dass sie diese Position konsequent vertritt.“

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