Julis blamieren sich mit Apothekenschelte

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Berlin - Die FDP kämpft um ihre politische Zukunft. Verpassen die Liberalen im Herbst den Wiedereinzug in den Bundestag, sieht es düster aus. Zuvor steht im Mai die wichtige Landtagswahl in NRW an, mit Parteichef Christian Lindner an der Spitze. Die Jungen Liberalen (Julis) Bochum sind schon voll im Wahlkampfmodus und schießen auch gegen die Apotheken. Im ernsten Bemühen, nicht mehr als Klientelpartei wahrgenommen zu werden, bringen die Julis aber einiges durcheinander.

Lindner hatte sich schon im November in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gegen ein Rx-Versandverbot ausgesprochen: „Es wäre falsch, die Apotheken unter Naturschutz zu stellen und den Versandhandel zu verbieten.“ Später schlug er Instore-Apotheken nach US-Vorbild vor. Lindners Vize Agnes Strack-Zimmermann schlug in dieselbe Kerbe: Apotheken sollten alles verkaufen. In dieser Woche kam das Thema noch einmal auf, weil sich der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) mit Lindner treffen wollte, was letztlich nicht gelang.

Die Julis Bochum greifen das Thema auf ihrer Facebook-Seite auf: Auf einem Bild wird ein weinendes Kleinkind in einer Badewanne unter dem Satz gezeigt: „FDP fordert Zulassung von Versandapotheken.“ Darunter das Statement der Julis: „Dann zahlt der Verbraucher ja hinterher weniger!“

Unter dem Beitrag wurden die Bochumer Julis von einem Kommentator schon darüber aufgeklärt, dass niemand die FDP für die Zulassung des Versandhandels benötigt, weil dies vor 13 Jahren schon passiert sei. Darauf gibt es bislang keine Antwort der Jugendorganisation.

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