DocMorris muss draußen bleiben

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Berlin -

DocMorris-Chef Olaf Heinrich wird vorerst nicht in den Fachausschuss Außenwirtschaft der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) berufen. Die Vollversammlung entschied sich gestern Abend, das Thema zu vertagen. So hatte es auch der IHK-Vorstand empfohlen, nachdem die die Personalie im Vorfeld zu heißen Debatten geführt hatte.

Die ehrenamtlichen Mitglieder beraten die hauptamtlichen Mitarbeiter der IHK. Heinrich wurde aufgrund seiner Expertise schon im vergangenen August für eine solche Aufgabe vorgeschlagen. Doch die Vertreterin der Apotheker, Gabriele Neumann, hatte sich die Berufung gestemmt. Schließlich beschloss die IHK, die Sache zurückzustellen, bis der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Sachen Rx-Boni entschieden habe. Daher rückte die Berufung gestern automatisch wieder auf die Tagesordnung – trotz erneuter Proteste im Vorfeld.

Etwa 20 Minuten wurde Neumann zufolge über die Berufung Heinrichs diskutiert. „Vielen ist der Kosmos Apotheke gar nicht bekannt“, berichtet die Apothekerin. Sie selbst habe immer wieder die Bedeutung der Apotheke vor Ort und auch der Preisbindung erklärt. Viele Mitglieder hätten das Konkurrenzverhältnis rein wirtschaftlich gesehen und den Apothekern vorgeschlagen, von den Rx-Boni zu lernen. „Ich musste immer wieder erklären, dass wir das nicht dürfen und dass auch die Verbraucher davon profitieren, dass ein Medikament im Notdienst immer und überall dasselbe kostet“, so Neumann.

Am Ende habe die Vollversammlung in der Sache mit deutlicher Mehrheit entschieden, berichtet die Apothekerin: Der Vorstand soll – auch mit Neumann – zunächst weiter diskutieren. Formal wurde die Personalie zwar vertagt, de facto dürfte sie damit aber vom Tisch sein. Heinrich war gestern auch gar nicht erst zur Vollversammlung erschienen. Das wäre unter anderen Umständen üblich gewesen, wenn die Berufung in einen Fachausschuss unstreitig ist.

APOTHEKE ADHOC Debatte

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