Hersteller und Verbände im Visier

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Berlin -

Pharmaunternehmen und Apothekerverbände haben nach Ansicht des Bundeskartellamts möglicherweise unerlaubte Preisempfehlungen für Arzneimittel verabredet. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, schickte das Amt Beschuldigungsschreiben an den Bundesverband der Arzneimittel- Hersteller (BAH), mehrere seiner Mitgliedsunternehmen sowie neun Landesapothekerverbände. "Wir nehmen an, dass Apotheken davon abgehalten werden sollten, in einen Preiswettbewerb zu treten", sagt der Direktor beim Bundeskartellamt, Franz Heistermann.

Seit 2004 dürfen die Preise nicht verschreibungspflichtiger Medikamente frei festlegt werden. Dennoch seien diese bislang kaum in Bewegung geraten. Nach der Prüfung beschlagnahmter Dokumente gehe das Kartellamt davon aus, dass dies auch eine Folge unerlaubter Empfehlungen sei, schreibt der "Spiegel". Die Apothekerverbände hätten ihren Mitgliedern nahegelegt, einfach weiter die alten Preise zu verlangen. Diese Empfehlungen seien laut Kartellamt mutmaßlich vom BAH und einigen seiner Mitgliedsunternehmen angeregt worden. Die beschuldigten Verbände und Unternehmen könnten bis Ende August zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Mit der Vorabberichterstattung des Magazins war das Thema in zahlreichen Agenturmeldungen gelandet und schaffte es am Samstag auch in die "tagesschau". In einer Stellungnahme gegenüber APOTHEKE ADHOC hieß es seitens der ABDA, man sehe die Verbände nicht im direkten Focus der Kartellbehörde. Die neun von insgesamt 17 Verbände bereiteten ihre Stellungnahmen vor. Aus Sicht der Apothekerverbände seien die Beschuldigungen unbegründet.

Bereits Mitte Juli hatte das Kartellamt Büros mehrerer Apothekerverbände durchsucht. Dabei ging es um einen möglichen Aufruf zum Boykott des Pharmagroßhändlers Gehe. Angeblich sollen Apotheken dazu angehalten worden sein, ihre Geschäftsbeziehungen zur Firma Gehe zu beenden, die zum Stuttgarter Celesio-Konzern gehört. Celesio hatte die Internet- Apotheke DocMorris übernommen und plant langfristig ein bundesweites Filialnetz und würde damit zum Konkurrenten der Apotheken. Die betroffenen Verbände hatten sich massiv gegen die Vorwürfe gewehrt und auf den scharfen Wettbewerb im Pharmagroßhandel verwiesen.

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