Protest gegen ApoRG

HAV: „Wir protestieren – auch für Sie“

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Berlin -

Am 27. und 28. Juni werden viele Apotheken in Hessen geschlossen bleiben, der Apothekerverband (HAV) hat zum Streik aufgerufen und verzeichnet eine rege Beteiligung bei den Mitgliedern. Die Apotheken haben jetzt Flyer und Plakate zur Verfügung gestellt bekommen. Und auch die Landesapothekerkammer (LAK Hessen) soll diesmal ihre Zustimmung gegeben haben.

„Wir protestieren, weil die Politik der Bundesregierung unsere Arbeit – die ordnungsgemäße und sichere Versorgung der Bürgerinnen und Bürger – mit den jetzt vorgelegten Plänen einer vermeintlichen Apothekenreform massiv gefährdet“, heißt es in dem Flyer, der an die Patient:innen zu den Protesttagen gerichtet ist. Für die Proteste in der kommenden Woche verschickt der HAV 200 Infoflyer und sechs Plakate an die teilnehmenden Apotheken.

Zuletzt mussten in Deutschland so viele Apotheken wie nie zuvor schließen, erklärt der HAV. Dabei seien die wirtschaftlichen Gründe ebenso entscheidend wie das fehlende Personal. Auch die überbordende Bürokratie erschwere die Arbeit der Apotheken im Alltagsgeschäft. Kund:innen werden für die beiden Protesttage im Notfall auf die Notdienstapotheken verwiesen.

Schlechte Vergütung – fehlende Anerkennung

Der HAV kritisiert auch die fehlende Anerkennung seitens der Politik. Von der Regierung gebe es keinen Willen, die Apothekenmitarbeiter zu unterstützen. „Apotheken kaputtzusparen bedeutet, die flächendeckende, niedrigschwellige und wohnortnahe Arzneimittelversorgung kaputtzusparen. Wir wissen: Das kann nicht im Sinne unserer Patientinnen und Patienten sein – und deshalb protestieren wir auch für Sie.“

Der HAV stellt seinen Apotheken gleich zwei unterschiedliche Plakate zur Verfügung. Eins richtet sich an die Patien:innen und erläutert den Protest. Ein zweites ist gerichtet an die Politik, mit den folgenden, fett gedruckten Forderungen des HAV:

„Wir und unsere Patientinnen und Patienten brauchen:

  • weniger Bürokratie beim Management der Lieferengpässe
  • einen fairen Ausgleich für die in diesem Zusammenhang geleistete Mehrarbeit
  • nach 10 Jahren Stillstand eine angemessene Anpassung der Vergütung
  • Planungssicherheit für eine gute Versorgung“

Organisiert werden die Proteste von der Geschäftsstelle, Kommunikationschef Alexander Schopbach hatte in einem früheren Job bereits für die Beamtengewerkschaft Proteste organisiert. Neben den Schließungen und der Demo in Frankfurt sind auch politische Maßnahmen geplant; am Montag etwa gibt es einen Besuch von Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) in einer Apotheke.

Die Kammer trägt die Proteste diesmal mit; im Oktober hatte sie noch mit Strafen gedroht. Allerdings könnte das Vorliegen des Referentenentwurfs jetzt zu einer anderen Bewertung geführt haben – und im Übrigen ist bald Kammerwahl in Hessen.

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