Höhere Zuzahlung ab 2027

Groeneveld: Ende der Inkasso-Funktion – „und zwar sofort!“

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Berlin -

Zum 1. Januar 2027 erhöhen sich die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Arzneimittel gemäß dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG). Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) erneuert daher die Forderung an die Bundesregierung, „die Apotheken unverzüglich von ihrer Rolle als ‚Inkassostelle‘ der Krankenkassen zu befreien“, heißt es.

„Es kann nicht sein, dass Apotheken immer noch Aufgaben der Krankenkassen übernehmen, dafür keinen Cent erhalten und zugleich das volle Risiko tragen müssen“, kritisiert LAV-Chef Berend Groeneveld. „Wir sehen deshalb die Krankenkassen in der Pflicht, die Zuzahlungen direkt bei ihren Versicherten einzuziehen statt über die Apotheken, so wie es bei Krankenhauszuzahlungen schon lange gemacht wird.“

Hierbei mangele es nicht an Möglichkeiten – diese seien bekannt – „sowohl bei den Krankenkassen als auch bei der Politik“. Die Apotheken müssten von der Rolle des Geldeintreibers befreit werden – „und zwar sofort!“, betont Groeneveld.

Dies würde die Apotheken erheblich entlasten und mehr Zeit für die Kernaufgaben lassen. Auch die Einführung neuer, gesetzlich vorgesehener Dienstleistungen würde damit vorangetrieben. „Davon werden vor allem die Patientinnen und Patienten profitieren“, so der LAV-Vorstandsvorsitzende.

Dass überhaupt höhere Zuzahlungen verlangt werden, sei grundsätzlich abzulehnen. „Höhere Zuzahlungen führen dazu, dass sich manche Patientinnen und Patienten notwendige Medikamente nicht mehr leisten können. Therapieabbrüche und verschleppte Erkrankungen werden die Folge sein – und am Ende sogar höhere Kosten für das Gesundheitssystem verursachen. Eine gute Gesundheitsversorgung muss für jede und jeden erreichbar sein – und das unabhängig vom Einkommen“, so Groeneveld abschließend.

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