Vier Verdächtige in U-Haft

Geplante Lauterbach-Entführung: Fünf Beschuldigte als Kern-Gruppe

, Uhr
Berlin -

Zum Kern der extremistischen Chatgruppe, die die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und einen Umsturz geplant haben soll, gehören fünf Beschuldigte. Vier Männer sitzen in Untersuchungshaft, einer von ihnen kommt aus der Nähe von Oldenburg. Ihnen werden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Der 43-Jährige aus Niedersachsen soll sich um die Beschaffung der für die geplanten Taten erforderlichen Finanzmittel gekümmert haben. Zur fünften Person mache die Generalstaatsanwaltschaft aus „ermittlungstaktischen Gründen” keine Angaben, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Koblenz.

Insgesamt werde zwar gegen zwölf deutsche Staatsangehörige ermittelt; die anderen hätten aber mit den Anschlags- und Entführungsplänen nach derzeitigen Erkenntnissen nichts zu tun. Ihnen würden andere Straftaten wie etwa illegaler Waffenbesitz oder das Fälschen von Impfzertifikaten vorgeworfen.

Die Ermittler hätten insgesamt rund 70 Menschen identifiziert, die sich im Dunstkreis der Extremisten bewegten, die sich unter anderem „Vereinte Patrioten” oder „Deutschland Tag X” nannten. Es hätten sich aber längst nicht alle strafbar gemacht. Viele hätten sich aus Sympathie oder Neugier der Chatgruppe angeschlossen.

Die Generalstaatsanwaltschaft sprach bei den Beschuldigten von einem „bunten Sammelsurium an Wirrheiten”. Zu dem Spektrum gehörten Verschwörer, Corona-Leugner, Gegner der Corona-Politik und sogenannte Reichsbürger; viele seien am rechten Rand zu verorten. Nicht bei allen seien aber Hinweise auf Rechtsextremismus gefunden worden. Gemeinsamer Hintergrund sei eine tiefsitzende staatsfeindliche Politik- und Staatsverdrossenheit. Rechtsextrem sei bei der Gruppe eine soziologisch-politische, aber keine juristische Einordnung. Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), hatte von „Rechtsterrorismus” gesprochen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einer „schwerwiegenden terroristischen Bedrohung”.

Die beiden Hauptbeschuldigten aus Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz und Falkensee bei Berlin sollen die entscheidenden Planer und Organisatoren gewesen sein. Bei dem Mann aus der Nähe von Berlin fanden die Ermittler auch ein Kalaschnikow-Sturmgewehr. Ein „regelrechtes Waffenlager” wurde bei dem dritten Beschuldigten im niederbayerischen Kreis Landshut gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich aktiv an den geplanten staatsfeindlichen Aktionen beteiligen und Waffen einsetzen oder beschaffen wollte.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Diskrete Beratung, Traubenzucker & Co.
Warum es gut ist, PTA im Freundeskreis zu haben »
Nur drei von 21 Pasten können empfohlen werden
Kinderzahnpasta: Enttäuschung auf ganzer Linie »
Mehr aus Ressort

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Praxen erhalten Erstattung
2300 Euro für Konnektorentausch»
Hackerkollektiv „Zerforschung“
Datenpanne bei Doc Cirrus»
Schärfere Maßnahmen geplant
Affenpocken: USA rufen Notstand aus»
Per Aufkleber Daten über den Körper
Ultraschallpflaster: Blick ins Innere»
Nur drei von 21 Pasten können empfohlen werden
Kinderzahnpasta: Enttäuschung auf ganzer Linie»
Infektionskrankheiten mittels Bakteriophagen bekämpfen
Antibiotikaresistenz: Phagentherapie könnte helfen»
Kühlkette für mindestens 60 Stunden
Cube: Kühlbox für lange Flugreisen»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Nur noch Stehbetten im Notdienst»
A-Ausgabe August
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»