Exklusiv: Apothekenpraktikum mit „Merkels Nachfolger“

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CDU-Bundestagskandidat Georg Günther hat in der Korallen-Apotheke von Petra Verhoeven ein Praktikum absolviert.

Berlin - Als „Merkels Nachfolger“ steht der CDU-Bundestagskandidat Georg Günther unter besonderer Beobachtung. Der 33-Jährige schickt sich an, das Direktmandat in „ihrem“ Wahlkreis 15 (Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I) zu erringen. Zum Auftakt seiner Dialogtour durch den Wahlkreis hat er gestern in der Korallen-Apotheke von Petra Verhoeven ein Praktikum absolviert. APOTHEKE ADHOC durfte ihn exklusiv begleiten. Von der Vielzahl der Aufgaben und Leistungen der Apotheken zeigte sich Günther überrascht, entsetzt war er über der Masse an Dokumentationspflichten und den Null-Retaxationen.

„Ich habe da noch nie bestellt“, sagt Günther lachend, als sei es etwas sehr Anrüchiges, bei einer Versandapotheke Medikamente zu beziehen. Seine Position ist klar: „Ich bin kein großer Freund vom Online-Versandhandel, ich kenne auch niemanden, der da groß bestellt, ich kenne viele Leute, die auf die Apotheke vor Ort vertrauen und einen festen Ansprechpartner haben wollen, anstatt anonym irgendwo zu bestellen.“ Ein Versandverbot ist zwar für ihn derzeit kein Thema. „Trotzdem sehe ich das als große Gefahr und da müssen wir die Apotheken auch stärken.“

Verhoeven erklärt ihm, dass eine Apotheke als Mischkalkulation funktioniert, dass sie viele Leistungen erbringt, die sich für sich genommen nicht lohnen. Das wird Günther sehr einsichtig, als er später eine hydrophile Prednisolonacetat-Creme herstellen darf samt Dokumentation und dann die Vergütung dafür erfährt. Verhoeven fasst ihre Aufgaben so zusammen: „Ich brauche am Tag meinen Umsatz, damit ich hier nachts stehen kann und nichts verdiene.“ Die Höhe der Notdienstpauschale kann sich Günther gut ins Verhältnis setzen zu anderen Gebührensystemen. Der 33-Jährige ist Diplomfinanzwirt und arbeitet als Amtsbetriebsprüfer in der Landesfinanzverwaltung.

Doch jetzt will er nach Berlin in den Bundestag und ist auf „Dialogtour“. Dafür hat er seinen eigentlichen Job schon im April auf 50 Prozent reduziert. Nicht weniger als 533 Bewerbungen für Betriebspraktika hat er nach eigenen Angaben verschickt. Fest geplant sind schon eine Tour mit einem Edeka-Lieferanten, eine Kita, die Notaufnahme der Uniklinik Greifswald und ein Blumenladen. Und Landwirte werden selbstverständlich auch dabei sein.

Die Korallen-Apotheke aber ist seine erste Station, Günther bummelt heute Überstunden ab – am Ende wird er einen vollen Arbeitstag bei Verhoeven verbringen. Sie betreibt vier Apotheken in Stralsund und sitzt im Vorstand der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern. Als sie sich 1992 selbstständig machte, war es die achte Apotheke in der Hansestadt, heute gibt es 22. Auch über Personalmangel sprechen die beiden.

Weil Günther wie ein sehr engagierter Praktikant schon um 7:30 Uhr und damit eine halbe Stunde zu früh vor der Apotheke steht, wird er gleich Zeuge der Akutversorgung. Eine Familie möchte die Fähre nach Hiddensee nehmen und muss die Kinder freitesten. Verhoeven übernimmt das persönlich.

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