Ahmetovic (SPD): „Stellung der Apotheken im Blick behalten“

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Berlin -

Der Deutsche Bundestag hat sich konstituiert, der 28-Jährige Adis Ahmetovic (SPD) gehört zu den vielen neuen Abgeordneten. Er hat das Direktmandat für Hannover geholt und noch vor seinem Start in Berlin ein Praktikum in der Delfin-Apotheke der ehemaligen Kammerpräsidentin Magdalene Linz absolviert.

Vier Stunden war Ahmetovic vor Ort und tauschte sich mit den beiden Apothekenleiterinnen Constanze Linz und Magdalene Linz aus. Und wie viele Politiker:innen vor ihm hatte er Apotheken vor allem mit dem Verkauf von Arzneimitteln in Verbindung gebracht. So sei er positiv überrascht über das durchaus komplexe Leistungsspektrum gewesen. „Diese Leistungen sind eine Entlastung für die Ärzte“, so Ahmetovic.

Während seines Besuchs ließ sich Ahmetovic auch in die Herstellung von Rezepturen einführen. Unter der Anleitung der PTA Petra Zillmann stellte er eine Handcreme her, wobei er alle Schritte der Herstellung kennenlernte – von der Prüfung der Ausgangsstoffe mittels Nahinfrarotspektroskopie über das Abwiegen und Mischen bis zum Abfüllen der Rezeptur. „Die Herstellung von Rezepturen ist für die Apotheken sehr aufwendig“, stellte der Politiker fest, als die Handcreme nach etwa einer halben Stunde fertig war.

Nach seinem Praktikum in der Delfin Apotheke stellte Ahmetovic fest: „Ich danke allen Beteiligten sehr für die spannenden Einblicke, die ich erhalten habe. Als Politik müssen wir die Stellung der Apotheken im Gesundheitswesen im Blick behalten. Hier gibt es Optimierungsbedarf und in den derzeitigen Koalitionsverhandlungen werden wir als SPD hier die nötigen Akzente für die kommenden vier Jahren setzen.“ Er ermutigte er die Apotheker:innen, im Rahmen der derzeitigen Ampel-Koalitionsverhandlungen Forderungen an die Politik zu kommunizieren.

Daneben wurde das Thema Wechselwirkungen angesprochen. Magdalene Linz verwies auf die vielen unnötigen Krankenhauseinlieferungen aufgrund schlecht einer abgestimmten Arzneimitteltherapie. Und sie erklärte, dass die Beratung bei der Arzneimittelabgabe nicht nur sehr wichtig, sondern auch gesetzlich festgeschrieben sei. Häufig würden während der Gespräche mit den Patient:innen arzneimittelbezogene Wechselwirkungen und auch Doppelverordnungen entdeckt. In Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt können die Apotheker:innen gemeinsam mit den Patient:innen gegensteuern.

Bei OTC-Medikamenten können die Teams in den Apotheken ihren Kund:innen zudem die Grenzen der Selbstmedikation aufzeigen, ergänzt Constanze Linz. Auch die Themen Lieferengpässe und Rabattverträge wurden während des Besuchs angesprochen. Constanze Linz zeigte dem Politiker hierbei unter anderem am Computer die aktuelle Aufstellung nicht verfügbarer Arzneimittel.

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