eMedikationsplan: Test startet im Januar

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Berlin - Lange haben die Apotheker auf den eMedikationsplan (eMP) gewartet. Im Januar 2020 geht es richtig los: Im Kammerbezirk Westfalen-Lippe läuft der Feldtest zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur via Konnektor, SMB-C und Heilberufeausweis (HB). Getestet werden das Notfalldatenmanagement und der eMP. Der Test dauert acht Wochen. Die Federführung hat die Compugroup Medical (CGM) übernommen. Der bundesweite Rollout der neuen Funktionen soll direkt im Anschluss an den achtwöchigen Feldtest beginnen.

Laut Stefan Lammers, Projektleiter des Testlaufs bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, nehmen 75 Arztpraxen, davon eine Notfalldienstpraxis, 15 Apotheken und ein Krankenhaus teil: „Die wurden so ausgewählt, dass sich Praxen und Apotheken in räumlicher Nähe befinden“. Ausgewählt wurden die Probanden durch CGM, da der Test zunächst mit dem kürzlich von der Gematik zugelassen eHealth-Konnektor von CGM läuft. Der Feldtest findet in den KV-Regionen Münster, Bochum, Ahaus und Bielefeld statt.

Über ein Software-Update wurde der Konnektor KoCoBox MED+ von CGM kürzlich zum ersten eHealth-Konnektor aufgerüstet. Ein Gerätetausch mit einem bereits vorhandenen Konnektor ist nicht erforderlich. Neben CGM Lauer ist auch Pharmatechnik am Feldtest beteiligt, damit zwei Softwareanbieter im Boot sind und der Test nicht nur über CGM läuft. Für die Institutionenkarte SMB-C, die Praxen und Apotheken als zugangsberechtigt zur TI-Infrastruktur ausweist, und dem Heilberufeausweis, stehen zwei Anbieter bereit: Medisign, eine Tochter der Apobank, und D-Trust, eine Tochter der Bundesdruckerei. Apotheken und Praxen können den Anbieter bei der Bestellung über die Apothekerkammern wählen. Nach den herrschenden Regelungen sind die Landesapothekerkammern für die Prüfung der Zugangsberechtigung der Apotheken zur TI zuständig.

Medisign verlangt aktuell 22,50 Euro pro Quartal oder 90 Euro im Jahr für die SMB-C. D-Trust verlangt bis zu 449 Euro für fünf Jahre Nutzungsdauer. Die Kosten sind durch die Betriebskostenpauschale für die TI-Installation abgedeckt. Für die Teilnahme am Testlauf erhalten 15 Apotheken zusätzlich jeweils knapp 3927 Euro Aufwandsentschädigung. Denn mit der Teilnahme am Feldtest ist die Teilnahme an der wissenschaftlichen Evaluation verbunden. Die für Aktualisierung des eMedikationsplans erhält der Apotheker bislang kein zusätzliches Honorar.

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