Kommentar

Das Selbstmordszenario

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In der Standespolitik fliegen die Fetzen: Während die Gremien von ABDA, Bundesapothekerkammer (BAK) und Deutschem Apothekerverband (DAV) über die Perspektiven und Grenzen einer Neuausrichtung des Berufsbilds verhandeln, findet der Schlagabtausch über vermeintliche Grundsatzpositionen in aller Öffentlichkeit statt. Was bleibt, ist der außenpolitische Flurschaden.

Dass Apotheker ihre Kosmetikregale leer räumen oder sogar ihre Verträge mit dem Großhandel bei den Behörden absegnen lassen müssen, steht hoffentlich auch für Hardliner nicht zur Diskussion. Insofern mögen entschlossene Einzelaktionen wie die aus Westfalen-Lippe nach innen zwar ihren Zweck erfüllen; nach außen schwächen sie den Berufsstand erheblich.

Gerade im FDP-geführten Bundesgesundheitsministerium empfängt man seit dem Amtswechsel lieber Interessenvertreter, die entweder zur jungen Hausleitung oder zum liberalen Weltbild passen. Weil nicht alle Reformpläne öffentlich diskutiert werden sollen, kriegen Parteifreunde eher Termine als echte Standesorganisationen. Auch die ABDA hat hier ihre Lektionen lernen müssen.

Wenn sich nun der Berufsstand aber sinnlos zerfleischt, ohne überhaupt eine Richtung gefunden zu haben, läuft er Gefahr, fremdbestimmt zu werden. Schon heute sprechen Blisterzentren über Apothekenhonorare, Großhändler über die Apothekenbetriebsordnung und Pharmakonzerne über Behandlungskonzepte.

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