ZytoService-Skandal

DAK richtet Kummertelefon ein APOTHEKE ADHOC, 18.02.2020 15:25 Uhr

Berlin - Kurz vor Weihnachten erschütterte der Skandal um Zytoservice das Gesundheitswesen: Über ein verschachteltes Firmenkonstrukt soll der Konzern jahrelang von illegalen Zuweisungen profitiert haben. Nicht zuletzt nach dem Zyto-Skandal von Bottrop ist das Thema auch für zahlreiche Patienten hoch sensibel. Die DAK hat deshalb nun eine Hotline für verunsicherte Versicherte eingerichtet.

Gegen Zytoservice wird weiter wegen des Verdachts des Betrugs und der Bestechung im Gesundheitswesen ermittelt – und das wird voraussichtlich noch eine ganze Weile dauern. Rund 1000 Umzugskartons voller Akten und 100 Datenträger hatten die Beamten am 17. Dezember in insgesamt 58 Objekten sichergestellt. Der Schaden, der den Kassen durch die Abrechnung von mutmaßlich illegal zustande gekommenen Verordnungen entstanden sein soll, soll sich auf mindestens 8,6 Millionen Euro belaufen. Dabei handelt es sich aber nur um die Summe, die die Techniker Krankenkasse betrifft – die Summe, die zur Anklagen kommen könnte, liegt also weitaus höher.

Jedoch: Selbst wenn alle bisherigen Vorwürfe zutreffen sollten, ist dabei nach bisherigem Erkenntnisstand wohl niemand gesundheitlich zu Schaden gekommen. Es gibt laut Staatsanwaltschaft und Hamburger Senat keine Anhaltspunkte, dass Rezepte zu Unrecht ausgestellt wurden oder es aus Profitgründen Manipulationen an Zubereitungen gegeben haben könnte, wie das beispielsweise beim Zytoskandal rund um die Alte Apotheke in Bottrop der Fall war. Entsprechend gibt es laut Staatsanwaltschaft auch keine Ermittlungen wegen Körperverletzung. „Der Schaden ist nach momentanem Stand der Ermittlungen rein finanzieller Art“, schreibt auch die DAK.

Dennoch sind viele Patienten nachvollziehbarer Weise verunsichert – nicht zuletzt, weil Zytoservice weiter produziert. „Es ist nicht geplant, dem Herstellungsbetrieb die weitere Herstellung zu verbieten beziehungsweise den Ärzten ein Verbot zu erteilen“, schreibt die DAK. „Dennoch besteht die Gefahr, dass betroffene Versicherte plötzlich unterversorgt sind.“ Patienten, die deshalb besorgt sind, sollen sich demnach an die Nummer 040-325325975 wenden.

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