BMG wollte Exklusivlieferanten

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Berlin -

Die Betriebsärzt:innen sollen bis morgen Mittag die ersten Covid-19-Impfstoffe für die Immunisierung der Belegschaft in Apotheken bestellen. Diese wiederum sind angehalten, die Aufträge nur an einen von vier Großhändlern zu übermitteln. Außen vor sind momentan die Privatgroßhändler und AEP, doch das letzte Wort ist dazu noch nicht gesprochen.

Zum Impfstart am 7. Juni stehen zunächst wöchentlich 500.000 Dosen Comirnaty zur Verfügung stehen. Das entspricht rund 83.300 Vials des Biontech-Impfstoffes oder maximal 804 Impfstoffdosen pro Ärzt:in. Hintergrund für die Fokussierung auf zunächst vier überregional liefernde Großhändler könnte die geringe Menge sein. Noch ist nicht bekannt, wie viele Apotheken überhaupt für wie viele Betriebsärzt:innen bestellen werden. Die sonst oftmals überregional durch eine Apotheke belieferten Betriebsärzt:innen sind nun gehalten, recht kurzfristig eine Apotheke vor Ort zu finden.

Im Bundesgesundheitsministerium (BMG) soll es offenbar wegen der knappen Verfügbarkeit der Vakzine zum Start die Überlegung gegeben haben, nur auf einen Exklusivlieferanten zu setzen. Letztlich wurden vier Großhändler ausgewählt: Alliance Healthcare Deutschland (AHD) und die Schwesterfirma Gehe, Noweda, Phoenix und Sanacorp. Die Unternehmen haben unter anderem die Gemeinsamkeit, bundesweit zu liefern.

Bei AEP herrscht Unverständnis darüber, warum nicht alle Großhändler von Beginn an bei der Belieferung der Betriebe dabei sind. Immerhin sei man ebenfalls in der Lage, Apotheken wegen des Zentrallagers in Alzenau bundesweit anzusteuern. „Wir haben die Information erhalten, wie Pharma Privat, in der ersten Bestellrunde nicht an der Distribution beteiligt zu sein, da es sich um sehr überschaubare Mengen handelt“, sagt Geschäftsführer Dr. Martin Arnegger.

Die Privatgroßhändler sehen sich nicht komplett ausgeschlossen. „Wir haben aktuell noch keine Kenntnis über eine abschließende Entscheidung des BMG zu diesem Thema“, sagt Carla Dortmann, Marketingleiterin bei Krieger. Die bisherige Vorgehensweise in der Versorgung der Hausärzte habe sich bewährt. „Besonders die notwendigen und geforderten regionalen Strukturen zwischen Großhandel und Apotheke sind bei Pharma Privat stark ausgeprägt.“

Die Verteilschlüssel dürften noch komplexer als bei der Belieferung der Kassenärzt:innen sein, da gerade große Unternehmen wegen einer Filialstruktur mehrere Standorte oder Tochtergesellschaften in verschiedenen Bundesländern haben. Unklar ist zudem, wie viele Betriebe und wie viele Mitarbeiter:innen am Anfang überhaupt zu einer Impfung bereit sind. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) führt dazu eine Umfrage unter den Betriebsärzt:innen durch.

 

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