Barmer

20 Euro Kopfgeld für Billig-Teststreifen APOTHEKE ADHOC, 01.03.2017 15:01 Uhr

Berlin - Als letzte große Ersatzkasse setzt die Barmer heute neue Regeln für die Versorgung mit Blutzuckerteststreifen durch. Dazu hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit der Kasse einen Vertrag abgeschlossen. Nach Angaben der Vertragspartner entfallen damit unnötige Wartezeiten. „Diabetiker bekommen in der Apotheke ab sofort bestimmte Blutzuckermessgeräte auch ohne Einreichen eines Kostenvoranschlages. Das erspart ihnen Wartezeiten und baut unnötige Bürokratie ab“, so Dr. Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer.

DAV-Chef Fritz Becker zeigt sich mit der Vereinbarung zufrieden: „Der Vertrag mit der Barmer hat für uns Vorbildcharakter in der Versorgung von Diabetikern mit Blutzuckerteststreifen. Von der Vereinbarung profitieren alle Beteiligten. Die Apotheken sind vor Preissteigerungen durch die Hersteller geschützt und haben Planungssicherheit, während die Krankenkasse einen effizienteren Mitteleinsatz hat.“ Entscheidend sei aber der Patientennutzen. „Die gut eingestellten Patienten müssen sich keine Sorgen machen, denn sie werden wie bisher weiterversorgt“, so Becker: „Wer auf neue Teststreifen eingestellt wird, hat nun zusätzlich die Wahl, das Messgerät sofort mit den Teststreifen mitzunehmen.“

Laut Barmer haben ihre Diabetiker weiterhin Zugriff auf alle am Markt befindlichen Teststreifen. Diese werden in drei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 enthält die preiswertesten Teststreifen, Gruppe 2 das mittlere Preissegment und in Gruppe 3 finden sich die hochpreisigen Teststreifen. In dieser Gruppen gibt es 88 Blutzuckerteststreifen, darunter von führenden Herstellern. Der Vertrag soll dafür sorgen, dass die Umstellung von Patienten auf neue Teststreifen so reibungslos wie möglich verläuft. Zentraler Bestandteil ist dabei die umfassende Beratung durch den Apotheker, wenn der Diabetiker ein neues, gleichwertiges Messgerät mit preiswerteren Teststreifen erhält.

Kann der Apotheker einen Barmer-Diabetiker zum Umstieg auf ein günstiges Blutzuckermessgerät mit den dazugehörigen preiswerten Teststreifen überzeugen, erhält er für die Beratung 20 Euro Extra-Honorar. Eine Besonderheit gibt es noch bei der Verordnung des Blutzuckermessgeräts. Wenn es nicht mehr als 15 Euro kostet und die zugehörigen Teststreifen der besonders wirtschaftlichen Preisgruppe 1 angehören, erhält der Diabetiker das Gerät sofort in der Apotheke und benötigt vorab keine Genehmigung durch die Barmer.

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