Sprechende Medizin

Arztgespräch: GKV-Patienten fühlen sich gehetzt APOTHEKE ADHOC, 13.03.2018 11:05 Uhr

Berlin - Patienten wollen mit ihrem Arzt sprechen und zwar ohne Zeitdruck. Das ist das Ergebnis des „Healthcare-Barometers 2018”, einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 1000 Bürgern. Obwohl die Patienten mithilfe von Google alles mögliche an medizinischer und pharmazeutischer Information zusammen sammeln können, legen sie großen Wert auf das Gespräch mit dem Arzt.

Und da sind zwei Drittel der Deutschen mit der ärztlichen Behandlung unzufrieden, weil nach ihrer Einschätzung das Patientengespräch zu kurz kommt. Das sagen vor allem Kassenpatienten mit 48 Prozent, während es unter den Privatversicherten 26 Prozent sind.

Weitere Kritikpunkte sind mit jeweils 20 Prozent die Öffnungszeiten der Praxen und das Gefühl, vom Arzt und seinen Angestellten nicht ernst genommen zu werden. Trotz ihrer Skepsis gegenüber der ärztlichen Behandlung sind die Versicherten mit der Qualität des deutschen Gesundheitswesens insgesamt aber zufrieden – für eine Mehrheit von 59 Prozent gehört es zu den drei besten Systemen der Welt. Gegenüber der Vorjahresbefragung ist dieser Wert allerdings erkennbar gesunken: Im Jahr 2017 zählten noch 64 Prozent Deutschland zu den Spitzenreitern.

„Der mündige Patient, den das Gesundheitswesen lange gefordert hat, ist Wirklichkeit geworden”, sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC Deutschland. „Versicherte heute, insbesondere die unter 55-Jährigen, wünschen sich ein Miteinander auf Augenhöhe zwischen Arzt und Patient. Die Zeit, die sich ein Arzt für seinen Patienten nehmen kann, ist zu einem entscheidenden Qualitätsfaktor geworden.“

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