GKV-Finanzen 2019

Arzneimittel: +5,6 Prozent, Zwangsrabatte: +11,2 Prozent

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Berlin -

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist im vergangenen Jahr ins Minus gerutscht. Unter dem Strich stand ein Defizit von 1,5 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Im Jahr 2018 war noch ein Überschuss von zwei Milliarden Euro verbucht worden.

Die Kassen haben damit mehr ausgegeben, als sie durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds eingenommen haben. Das war politisch gewollt, denn die Finanzreserven betrugen Ende 2019 rund 19,8 Milliarden Euro – was im Schnitt immer noch knapp einer Monatsausgabe und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve entspreche, erläuterte das Ministerium.

Minister Jens Spahn (CDU) sagte, die aktuellen Zahlen zeigten in die richtige Richtung. „Die Beitragszahler profitieren von niedrigeren Zusatzbeiträgen, weil Krankenkassen endlich ihre übermäßig hohen Finanzreserven abbauen. Und gleichzeitig kommen auch die notwendigen Leistungsverbesserungen bei den Versicherten an.“

Insgesamt stiegen die Ausgaben der Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 251,9 Milliarden Euro, die Einnahmen bei niedrigeren Zusatzbeiträgen um 3,8 Prozent auf 250,4 Milliarden Euro. Die Leistungsausgaben stiegen um 5,6 Prozent, die Verwaltungskosten gingen hingegen um 1,9 Prozent zurück.

Entwicklungen in den größeren Leistungsbereichen

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung sindum 3,9 Prozent auf 80,9 Milliarden Euro und damit deutlich stärker gestiegen als in den beiden vorangegangenen Jahren. Die Krankenhäuser erhielten damit allein von den Krankenkassen circa 3 Milliarden Euro mehr als in 2018. Neben den Erhöhungen der Landesbasisfallwerte von gut 2,6 Prozent haben sich hier auch Verbesserungen aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz ausgewirkt.

Die Arzneimittelausgaben stiegen um 5,6 Prozent auf 43,4 Milliarden Euro. Die Entwicklungen im Bereich innovativer Arzneimittel spielen auch weiterhin eine zentrale Rolle. Die Krankenkassen wurden durch deutliche Zuwächse (+11,2 Prozent) bei Rabattvereinbarungen mit Herstellern entlastet. Hohe Zuwachsraten von 17,5 Prozent gab es bei den Ausgaben für Schutzimpfungen.

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