Cannabis als Genussmittel

Apotheker, wappnet euch für die Kiffer! Tobias Lau, 21.09.2018 08:57 Uhr

Berlin - Die Debatte über die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel wendet sich immer mehr zugunsten der Liberalisierer – und in den meisten Modellen spielen die Apotheken eine bedeutende Rolle. Doch die Apotheker halten die Füße still. Es wird Zeit, dass sie sich konstruktiv einbringen. Sonst drohen sie die nächste Chance zu verspielen. Ein Kommentar von Tobias Lau.

Es scheint nur noch eine Frage weniger Jahre, bis man in Deutschland zum Freizeitvergnügen kiffen darf. Wie bei vielen gesellschaftlichen Entwicklungen in der westlichen Welt gehen die USA voran, andere Länder folgen. Es ist ein klarer internationaler Trend: An immer mehr Orten wird der Konsum von Marihuana legalisiert oder zumindest entkriminalisiert. Das bringt wie jede große gesellschaftspolitische Reform Probleme mit sich, wird bis jetzt aber vor allem als Erfolgsgeschichte wahrgenommen. Deshalb steigt auch die Zahl der Nachahmer, zuletzt Kanada und Südafrika.

Auch in Deutschland ist in den vergangenen Jahren Bewegung in die Debatte gekommen. Eine Bastion nach der anderen fällt. Dass nach Grünen, Linken und FDP nun auch die Berliner SPD für eine Legalisierung ist, wundert wenig. Vor wenigen Tagen aber hat sich mit Erwin Rüddel erstmals ein einflussreicher CDU-Politiker für Modellversuche zur Erprobung einer kontrollierten Abgabe von Marihuana zu Genusszwecken ausgesprochen – vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar. Rüddel ist kein Hinterbänkler, er ist der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag.

So frisst sich das Thema vom Rand über die linken Parteien in die Mitte des politischen Spektrums. Für viele Menschen ist das angesichts der gesellschaftlichen Realitäten ein Sieg der Vernunft: Jeder dritte junge Erwachsene in Deutschland hat Erfahrungen mit Marihuana, rund jeder sechste kifft mindestens einmal im Jahr. Und die Gruppe, in der der Cannabiskonsum am stärksten zunimmt, sind nicht junge Erwachsene, sondern Menschen mittleren Alters. Das Thema wird zusehends enttabuisiert. Alle Zeichen stehen auf politischen Wandel, auch die ersten Konservativen erkennen, dass es an der Zeit ist, zu gestalten, statt zu blockieren.

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