Kommentar

Apotheker haben Schweigeschmidt Alexander Müller, 26.02.2018 10:52 Uhr

Berlin - Im Kabinett sind weitere Stühle verteilt und wenn jetzt noch die SPD-Basis mitspielt, könnten wir demnächst tatsächlich mal wieder eine richtige Regierung haben. Eine, die nicht nur Geschäfte führt, sondern auch Zukunft gestaltet. Für die Apotheker wird das mit großer Wahrscheinlichkeit eine Reform ihres Honorars bedeuten. Die Diskussion darüber hat längst begonnen, nur die ABDA verweigert. Ein riskantes Spiel, kommentiert Alexander Müller.

Die Politik hatte den Zahlen der Apotheker schon länger nicht mehr so recht getraut. Also gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ein Gutachten in Auftrag, um herauszufinden, was die Apotheker eigentlich so verdienen. Das Ergebnis ist bekannt: Nach den Schätzungen und Berechnungen der beauftragten Unternehmensberatung 2hm arbeitet zwar ein Drittel der Apotheken defizitär, trotzdem wird angeblich jährlich ein Milliardenbetrag zu viel in den Markt gepumpt.

Über die Systematik und verschiedene Prämissen der Gutachter lässt sich trefflich streiten – aber genau das will die ABDA nicht. Die Standesvertretung signalisiert nach außen, dass man es für pure Zeitverschwendung hält, sich überhaupt mit diesem Werk zu befassen. Bei aller berechtigten Kritik – welchen Eindruck soll das bei der Politik hinterlassen? Das BMWi ist zwar nicht selbst Verfasser der Studie, hat diese aber beauftragt und den Zuschlag erteilt und wird entsprechend auch von der Kritik getroffen. Den Sack schlägt man, den Esel meint man. Schon jetzt wundert man sich über die merkwürdige Mischung aus Hilflosigkeit und Überheblichkeit, mit der die Apotheker in Berlin auftreten.

Nur intern spricht ABDA-Präsident Friedemann Schmidt über die „inakzeptable Logik“ und die „falschen Prämissen“ des Gutachtens. Aber auch dann nur, um den Mitgliedern des Gesamtvorstandes zu verbieten, öffentlich über das Gutachten zu debattieren. Ende der Diskussion. Nur ganz vereinzelt gab die ABDA-Spitze sich selbst Interviews, um über das Verfahren zu schimpfen.

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