Apotheker: Kassen verschlechtern Versorgung

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Berlin - Die Krankenkassen haben in den vergangenen zehn Jahren mit ihren Maßnahmen für eine Verschlechterung der Arzneimittelversorgung in Deutschland gesorgt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungstools APOSCOPE, die vom Reimporteur ACA Müller in Auftrag gegeben wurde. Nur 2 Prozent gaben an, dass es eine Verbesserung gegeben habe.

Jeder zweite Umfrageteilnehmer gab an, die Versorgung mit Arzneimitteln habe sich verschlechtert. 29 Prozent sehen einen „leichten“ Abwärtstrend. 8 Prozent sehen leichte Verbesserungen. Nichts geändert hat sich in den vergangenen zehn Jahren aus Sicht von 8 Prozent der Befragten in den Apotheken, die übrigen 3 konnten sich nicht entscheiden.

Das Ergebnis sei eine klare Ansage für einen Richtungswechsel, sagte ACA Müller-Vorstand Arne Nielsen. „Die Teams in den Apotheken sind nahe dran an der Versorgung der Menschen. Aber sie müssen exekutieren, was insbesondere Krankenkassen politisch durchsetzen. Sogar wenn dies beispielsweise zu einer weiteren Verunsicherung der Patienten führt.“

Einzelne Maßnahmen haben sich laut ACA Müller zwar bewährt, dürften aber nicht durch immer neue Regelungen überlagert werden. Auch die Teams in den Apotheken und die Patienten dürften nicht überfordert werden. „Krankenkassen und Politik sollten stärker auf die Kernkompetenz von Apotheken setzen und deren Feedback ernst nehmen. Denn dort arbeiten die Arzneimittelexperten“, so Nielsen.
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