Reimporteure

ACA Müller: Zurück aus der Talsohle

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Berlin -

Der Reimporteur ACA Müller hat nach einem schwierigen Jahresbeginn zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Weil die Produktion wegen einer SAP-Umstellung vorübergehend still stand, war der Marktanteil auf 2 Prozent abgesackt. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen aus Gottmadingen am Bodensee den Rückstand wieder aufgeholt.

Seit dem Inhaberwechsel vor zwei Jahren hat der neue Firmenchef Arne Nielsen das Unternehmen komplett umstrukturiert. Der ehemalige Vertriebsleiter des Konkurrenten Axicorp holte neue Führungskräfte an Bord und erschloss neue Sortimente. Ende 2014 wurde am Firmensitz außerdem ein neues Produktions- und Logistikzentrum eröffnet, das Investitionsvolumen lag bei rund 8,5 Millionen Euro.

In diesem Zusammenhang wurde Anfang des Jahres auch SAP eingeführt. Weil ohne die Software in der Produktion nichts läuft, standen vorübergehend alle Räder still. „Wir bekamen Ware rein, konnten aber nicht ausliefern“, sagt Nielsen. Die Folgen bekam das Unternehmen schnell zu spüren, denn die Apotheken sahen sich nach anderen Lieferanten um. Der Marktanteil, der sich im Lauf des Jahres 2014 bei 3,3 Prozent stabilisiert hatte, sackte im Februar auf 2 Prozent ab. Das Unternehmen verlor fast die Hälfte seines Durchschnittsumsatzes aus dem Vorjahr.

Immerhin: Nach einigen Wochen waren die Engpässe gelöst, es konnte wieder produziert werden. „Rückwirkend lässt sich feststellen: Die Umstellung ging schneller über die Bühne als bei anderen Unternehmen“, so Nielsen. Auch wenn die SAP-Einführung Geld und Nerven gekostet hat, ist er vom Nutzen überzeugt. „Sie können viel professioneller produzieren, wenn sie die entsprechende IT-Infrastruktur haben.“

Im März begann die Aufholjagd – ACA Müller wuchs fast durchweg über Markt. Stand im Juni erstmals eine 3 vor dem Komma, lag der Marktanteil im November mit 3,5 Prozent erstmals über dem Wert von 2014. Im Vergleich zum Februar haben die Umsätze um 60 Prozent zugelegt. „Wir gehen davon aus, dass wir weiter über Markt wachsen werden“, sagt Nielsen.

Wachstumsbringer sollen auch die neuen Geschäftsfelder sein: Abseits des Importgeschäfts wird mit Tattoomed etwa ein Produkt zur Pflege der Haut nach einer Tätowierung vertrieben. Außerdem hat sich die Firma die Rechte am Medizinprodukt Enterosgel gesichert, das zur Entgiftung angewendet wird. Unter der Marke „ACA-Medical“ werden schließlich eigene Medizinprodukte angeboten, die Palette reicht von Infusionslösungen bis zu Verbänden. Importierte Medizinprodukte gehören seit 2012 zum Sortiment.

ACA Müller beschäftigt 300 Mitarbeiter und ist mit einem Umsatz von rund 130 Millionen Euro die Nummer 7 im Markt hinter Kohl, Emra, Eurim, Oripharm, CC Pharma und Axicorp. Die sechs großen Anbieter kontrollieren zusammen 80 Prozent des Marktes, mussten allerdings im Laufe des Jahres Umsätze abgeben. Profitiert haben auch kleinere Anbieter wie Abacus, Beragena und Haemato.

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