Adexa dementiert sich selbst

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Berlin - In den Verhandlungen zum neuen Tarifvertrag für den Kammerbezirk Nordrhein sind wesentliche Punkte noch nicht geklärt. Die Apothekengewerkschaft Adexa, die den Vertrag mit der Arbeitgebervertretung TGL Nordrhein verhandelt, dementiert einen Bericht der eigenen Mitgliederzeitschrift, wonach bereits eine Einigung erzielt worden sei.

Wie viel verdienen Apothekenmitarbeiter im Bezirk Nordrhein ab diesem Jahr? Bisher herrscht in der Frage für Inhaber nach wie vor Unsicherheit, denn anders als geplant konnte bisher keine Einigung über die neuen Tarife erzielt werden. Der Vertrag sei noch nicht unterschrieben und „in seiner Gesamtheit noch nicht unterschriftsreif, da entscheidende Aspekte noch rechtlich geklärt werden müssen“, so die Adexa am Mittwoch.

Dem war ein Missverständnis vorausgegangen: Die Adexa-Mitgliederzeitschrift Spektrum hatte nämlich bereits Anfang des Jahres Vollzug gemeldet. Der Tarifvertrag gelte demnach seit dem 1. Januar. Davon war die Redaktion bei Redaktionsschluss in der 51. Kalenderwoche ausgegangen. Die Ausgabe, die im Januar im Briefkasten liegt, wird aber schon im Dezember geschrieben. Offensichtlich gab es dann aber unerwarteten Einspruch – die Unterschriften kamen nicht wie erwartet zustande, das Heft war aber bereits im Druck.

Bis ein neuer Tarifvertrag steht, gelte deshalb weiterhin der bisherige Gehaltstarifvertrag, der seit Beginn des Jahres 2018 in Kraft ist. Adexa und TGL beteuern jedoch, um eine rasche Einigung bemüht zu sein, damit für Inhaber und Mitarbeiter „im Tarifbereich Nordrhein zeitnah Planungssicherheit besteht“. Der neue Tarifvertrag soll dem Vernehmen nach rückwirkend zum 1. Januar 2020 gelten, eigentlich war der Abschluss schon für Ende Dezember geplant gewesen.

Wie viel genau es je Berufsgruppe mehr geben wird, ist noch nicht offiziell. Dem Vernehmen nach werden es um die 3 Prozent sein. Allerdings steht schon fest, dass der neue Vertrag ein Novum enthalten wird. Denn erstmals sollen Filialleiter tariflich gesondert eingestuft werden. Darauf hatten sich die Verhandlungspartner bereits Ende 2018 geeinigt. Während der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) sich damals gegen die Adexa-Forderung wandte, zeigte sich die TGL offen.

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