„Krankenhaus Rating Report“

70 Prozent der Kliniken steuern in die Verlustzone

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Essen -

Krankenhäuser stehen einer Studie zufolge in den kommenden Jahren deutlich unter Druck. Bis zum Jahr 2030 könnten rund 70 Prozent der Kliniken Jahresverluste verzeichnen, es sei denn, es gelinge ihnen, ihre Betriebskosten zu senken. Das ist das Ergebnis des „Krankenhaus Rating Report“ vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Institute für Healthcare Business GmbH.

Grund dafür sind demnach für das kommende Jahr geplante Erlöskürzungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Den Berechnungen zufolge würde der Anteil der Kliniken, die Verlust machen, ab 2027 auf 60 Prozent springen. Zum Vergleich: Für 2026 rechnen die Institute damit, dass 22 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresfehlbetrag erwirtschaften.

Bis 2030 könnte dann ein Anstieg auf 68 Prozent verzeichnet werden. Um das zu verhindern, sollten Krankenhäuser demnach vor allem ihre Personalkosten senken – und zwar in allen Bereichen außer der Pflege bis 2030 um acht bis neun Prozent. „Wenn die Betriebskosten nicht ausreichend sinken, sind Standortschließungen in großem Maße unausweichlich“, hieß es weiter.

„Die aktuellen Zahlen zeichnen ein alarmierendes Bild: Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist bereits heute vielerorts existenzbedrohend. Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird sich diese Entwicklung weiter drastisch verschärfen. Die Folgen wären ein kalter Strukturwandel, die Schließung von bis zu 400 Krankenhäusern, ein erheblicher Personalabbau in den verbleibenden Kliniken und spürbare Verschlechterungen der Erreichbarkeit im ländlichen Raum“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß.

„Besonders besorgniserregend ist, dass darunter zahlreiche besonders versorgungsrelevante Kliniken mit Notfallstufe 3 betroffen wären. Jedes dritte Haus mit umfassender Notfallversorgung wird durch das Gesetz in seiner Existenz bedroht. Insgesamt drohen 336 Krankenhäuser mit anerkannter Notfallversorgung von der Landkarte zu verschwinden. Zu den großen Verlierern dieses Gesundheitskürzungsgesetzes werden die ländlichen Räume zählen, die auf Basis der Projektion des Rating Reports jedes dritte Krankenhaus kurzfristig verlieren werden. Dort wo schon heute wenige Standorte sind, wird die Versorgung weiter ausgedünnt.“

„Wir fordern die Bundesregierung auf, das Beitragssatzstabilisierungsgesetz in dringend zu überarbeiten und auf Deregulierung, wirtschaftliche Handlungsfreiheit und eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhausversorgung zu setzen. Bei allen Debatten um die Kosten des Gesundheitswesens und mögliche Beitragssteigerungen darf nicht vergessen werden. Der größte Treiber der Beitragssätze ist die Bundesregierung selbst, die eine angemessene Gegenfinanzierung der versicherungsfremden Leistungen nachhaltig verweigert und die Lage durch ihren dreisten Griff in die Kasse der GKV aktuell nochmals verschärft hat.“

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