Modelle für die Corona-Forschung

Uni Bochum züchtet Test-Lungen Cynthia Möthrath, 06.07.2020 14:44 Uhr

Berlin - Um weitere Hinweise über das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 zu erhalten, werden die Wissenschaftler kreativ. Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben nun kleine Test-Lungen gezüchtet, um das Virus besser studieren zu können.

Für ihr Projekt nutzen die Wissenschaftler induzierte pluripotente Stammzellen. Aus ihnen lassen sie sogenannte „Lungenorganoide“ heranwachsen. Diese haben den Vorteil, dass unter möglichst realistischen Bedingungen getestet und geforscht werden kann. So können beispielsweise die Infektion mit Sars-CoV-2 und ihr Verlauf, aber auch die Wirkung verschiedener Substanzen ermittelt werden. Die Organoide können in großen Mengen hergestellt werden. Außerdem haben sie alle denselben genetischen Hintergrund, wodurch sich die Forschungsergebnisse miteinander vergleichen lassen – Unterschiede aufgrund verschiedener Spender entfallen.

Wirkstofftestung am Lungen-Modell

Mithilfe der 3D-Modelle könnten sogar komplexe Interaktionen zwischen unterschiedlichen Zelltypen untersucht werden, ebenso wie die Vermehrung der Viren, Entzündungsprozesse oder die Entstehung von Immunreaktionen. Neben den Substanzen Remdesivir, Camostat und Chloroquin sollen auch neue Substanzen an den Organoiden getestet werden. „Für diese Experimente werden wir ein Reporter-Sars-Cov-2-Virus verwenden, in dessen Genom eine Sequenz für das grün fluoreszierende Protein integriert wurde“, erklärt Professor Stephanie Pfänder von der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der RUB, wie das Magazin „Medica“ berichtet.

Die Forscherin war vor kurzem an der Herstellung des ersten molekularen Sars-Cov-2-Klons beteiligt. Damit sei erstmals möglich, das Genom des Virus zu manipulieren und Reportergene einzubauen. „Mittels hochauflösender Mikroskopie werden wir die Interaktionen zwischen Virus und Organoid und die Mechanismen der Infektion untersuchen“, erläutert Pfänder. Dadurch hoffen die Forscher, einen geeigneten antiviralen Wirkstoff finden zu können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt „Analyse von Sars-Cov-2 infizierten humanen Lungen-Organoiden“ bis Ende 2021.

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