Nutzenbewertung

Tagrisso: Comeback mit Zusatznutzen Nadine Tröbitscher, 20.10.2017 13:32 Uhr

Berlin - Erneute Nutzenbewertung bestanden: Das Lungenkrebsmedikament Tagrisso ist ab November nach fast einem Jahr wieder zurück. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dem Arzneimittel in einer weiteren Nutzenbewertung einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen zugesprochen.

Tagrisso (Osimertinib, AstraZeneca) war Ende November vom deutschen Markt verschwunden. Der G-BA hatte dem Arzneimittel im ersten Anlauf keinen Zusatznutzen zugesprochen. AstraZeneca sah die Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband als gescheitert und zog Tagrisso zurück. Die Zulassung blieb unberührt und so konnten Patienten dank eines Einzelimports durch eine Apotheke nach § 73 Absatz 3 Arzneimittelgesetz (AMG) versorgt werden. Dabei kam es jedoch zu Problemen im Erstattungspreis.

Der G-BA räumte dem Hersteller eine Frist bis Ende Juni ein, aussagekräftigere Daten bezüglich Gesamtüberleben, gesundheitsbezogener Lebensqualität, Nebenwirkungen und Morbidität nachzureichen. Die zuvor vorgelegten Daten sahen die Experten als ungeeignet an. AstraZeneca konnte bereits am 28. April das Dossier zur Nutzenbewertung vorlegen und lieferte Ergebnisse einer direkten Vergleichsstudie von Osimertinib zu einer Platin-basierten Chemotherapie. Daten aus der randomisierten Phase-III-Studie Aura3 waren entscheidend für das Urteil des G-BA.

Gegenüber der Vergleichstherapie Cisplatin plus Permetrexed oder Carboplatin plus Permetrexed zeigte die Therapie mit Tagrisso bezogen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität ausschließlich vorteilhafte Effekte. Zudem zeigte Aura3 eine deutliche Verringerung von schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen.

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