So tricksen Yersinien das Immunsystem aus

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Die Forscher des HZI zeigen nun, wie sich die Erreger vor dem Immunsystem verstecken: Yersinien fahren die Produktion des Giftstoffes CNFγherunter, mit dem sie während einer akuten Infektion die Entzündung des befallenen Gewebes ankurbeln. In der Folge verringern sich die Entzündungsherde und die Erreger entziehen sich der Aufmerksamkeit des Immunsystems. Somit treibt die Abwesenheit des bakteriellen Virulenzfaktors CNFγ die Bakterien in die Persistenz.

Mittels einer Transkriptomanalyse konnten die Wissenschaftler an Labormäusen beobachten, welche Gene in den Bakterien und den Mäusen für diesen Vorgang eine Rolle spielen und welche nicht. Die Tiere wurden zuvor mit Y. tuberculosis infiziert. „Wir haben herausgefunden, dass die Produktion von CNFγ in den persistierenden, also den überdauernden Yersinien herunterreguliert ist“, sagt Dersch. „Ohne CNFγ sieht das Immunsystem die Bakterien nicht mehr, die Entzündungsreaktion geht zurück und die Mäuse überleben. Mit diesem Trick konnten sich die Yersinien monatelang im Blinddarm der Mäuse verstecken.“ Und auch aus Gewebeanalysen konnten sie entnehmen, dass es einen Unterschied zwischen akut und chronisch infizierenden Yersinien gibt. Im Akutzustand werden Mikrokolonien gebildet, die das Immunsystem schneller erkennen kann. Die persistierenden Bakterien kamen dagegen einzeln vor und waren schwerer zu finden.

Das Immunsystem der chronisch infizierten Mäuse war laut Dersch dauerhaft sehr leicht aktiv. „In der Folge könnten Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet werden, denn die Oberflächenstrukturen der Zellen ähneln zum Teil denen der Bakterien.“ Das könnte das gehäufte Auftreten von Arthritis bei Patienten erklären, die mit Yersinien infiziert sind. Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass die Sekretion von CNFγ im Rahmen einer Infektion Einflüsse auf den Darm hat: „Eine Yersinien-Infektion verschiebt die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm deutlich zugunsten entzündungsfördernder Bakterienarten“, so Dersch.

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