Schalter für die Fettverbrennung

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Berlin - Die Zahl der übergewichtigen Menschen wächst weltweit – und damit das Risiko, Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen zu erleiden. Viele träumen deshalb von einem Wirkstoff, der die Fettpolster einfach abschmilzt. Pharmazeuten der Universität Bonn sind diesem Traum nun ein kleines Stück näher gekommen: Sie entdeckten in Fettzellen von Mäusen und Menschen einen Schalter, mit dem sich überflüssige Pfunde verbrennen lassen. Wird das Gq-Protein blockiert, verwandeln sich unerwünschte weiße Fettzellen in energiezehrende braune Zellen.

Menschen mit starkem Übergewicht verfügen über besonders viele weiße Fettzellen, dagegen mangelt es ihnen an braunen Fettzellen. Die weißen Zellen sind für lästige Speckpolster verantwortlich. Dagegen verbrennen die braunen Varianten überflüssige Pfunde, indem sie die enthaltene Energie in Form von Wärme freisetzen. Professor Dr. Alexander Pfeifer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Bonn erforscht seit Jahren, wie sich schädliche weiße in erwünschte braune Fettzellen umwandeln lassen.

„Wir suchen nach Angriffspunkten für neue Pharmaka, um eines Tages Fettleibigkeit als Ursache für zahlreiche Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herzkreislauf-Erkrankungen wirksam bekämpfen zu können“, so der Wissenschaftler. Geht der Traum in Erfüllung, dann könnte mit den richtigen Wirkstoffen die braunen Fettzellen so weit angekurbelt werden, dass die Speckröllchen einfach abschmelzen würden.

An Fettzellen von Mäusen hat nun ein internationales Team unter Federführung der Bonner Forscher einen Schalter gefunden, mit dem sich die Fettverbrennung forcieren lässt. Die Forscher hatten entdeckt, dass in braunen Fettzellen besonders viele Rezeptoren vorkommen, die an das Gq-Protein koppeln. Dieses aktiviert unter anderem Phospholipase C, welches eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion eukaryotischer Zellen spielt.

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