Tirzepatid kommt bei Diabetes und Adipositas zum Einsatz. Doch der Wirkstoff zeigt auch bei Psoriasis als Zusatz zu Biologika Wirkung.
Die Hauptursache für die chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung ist ein Ungleichgewicht des Immunsystems, das wiederum durch äußere Reize wie Infektionen, Traumata, psychischen Stress und andere Faktoren unter dem Einfluss von genetischer Anfälligkeit verursacht werden kann. In der Folge greift das fehlgeleitete Immunsystem körpereigene Hautzellen an. Behandelt wird systemisch und topisch, beispielsweise mit Methotrexat. Doch auch Biologika finden Anwendung.
Ein Team am Mount Sinai Hospital New York hat den Effekt von Tirzepatid als Zusatz zum Biologikum Ixekizumab bei der Behandlung von Psoriasis untersucht. Hintergrund der Studie ist, dass ein Großteil der Psoriasis-Patient:innen ebenfalls adipös ist. Daher wurde überprüft, ob eine kombinierte Behandlung beider Erkrankungen den Effekt verstärken kann. Dabei haben die Forschenden herausgefunden, dass das Twinkretin nicht nur für einen Gewichtsverlust sorgt, sondern auch die Hautsymptomatik verbessern kann.
Dafür wurden in einer Phase-3b-Studie mehrere hundert Teilnehmer:innen mit moderater bis schwerer Plaque-Psoriasis und Übergewicht sowie mindestens einer gewichtsbezogenen Komorbidität über 36 Wochen entweder mit Ixekizumab als Monotherapie oder mit einer Kombination aus Ixekizumab und Tirzepatid behandelt.
Unter der Kombination war die Wahrscheinlichkeit, einen mindestens 10-prozentigen Gewichtsverlust sowie eine Besserung des sogenannten Psoriasis Area and Severity Index – genau sogar eine vollständige Hautabheilung – zu erzielen, um rund 21 Prozent höher als unter der Monotherapie: 27,1 Prozent vs. 5,8 Prozent. Hinzukommt, dass sich kardiometabolische Faktoren wie Blutdruck, Cholesterin, Triglyceridwerte sowie HbA1c-Wert verbesserten.
In puncto Sicherheit zeigten sich im Allgemeinen die unter den jeweiligen Wirkstoffen bekannten unerwünschten Wirkungen, am häufigsten gastrointestinale Beschwerden und Reaktionen an der Einstichstelle. Dabei traten diese unter der Kombi häufiger auf.
Für die Forschenden ist klar: Bei der Behandlung von Psoriasis sollten neue Therapieansätze wie die Kombi aus Tirzepatid und Biologika künftig berücksichtigt werden.
Tirzepatid ist auch als sogenanntes Twinkretin bekannt. Denn der Wirkstoff ist sowohl ein GLP-1-Analogon als auch ein Analogon des glukoseabhängigen insulinotropen Peptids (GIP). Somit bindet Tirzepatid an GLP1- sowie an GIP-Rezeptoren und aktiviert diese. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel sowie der Appetit können noch effektiver gesenkt werden als unter GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid.
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