Pilotprojekt: Schnelltest soll Notwendigkeit prüfen

, Uhr

Schon seit Jahren versuche die Ärzteschaft, über die richtige Verordnung von Antibiotika aufzuklären. Mit einer eigenen Kampagne zu dem Thema wandte sich die KVH an Ärzte und Patienten. Erste Erfolge konnten demnach bereits verzeichnet werden: Seit 2012 geht die Zahl der verschriebenen Antibiotika kontinuierlich zurück, gerade Kinderärzte verordnen signifikant weniger. Wie viele von den 1500 niedergelassenen Ärzten den Schnelltest anbieten, ist noch offen. Denn die Ärzte müssen zuvor ein Gerät für 1000 Euro erwerben und sich schulen lassen. „Es wird sicher auch diesmal ein wenig dauern, bis sich das überall herumgesprochen hat“, erklärt Plassmann im Beitrag.

Wie „Die Welt“ berichtet, werden in Deutschland jährlich 700 Tonnen Antibiotika verbraucht – die Tiermedizin nicht eingerechnet. Mittlerweile habe dies auch Auswirkungen auf das Ökosystem: Viele Gewässer seien inzwischen mit Antibiotika belastet. Da ein Teil des Wirkstoffes von Mensch und Tier wieder ausgeschieden werde oder nicht verbrauchte Pillen gar in der Toilette entsorgt werden, lasse sich in den meisten Flüssen Antibiotikarückstände nachweisen.

Die Mehrzahl der Krankenkassen – darunter AOK Rheinland/Hamburg, BKK, DAK-Gesundheit und IKK – unterstützt das Verfahren. Patienten, deren Krankenkassen sich aktuell nicht an dem Projekt beteiligen, können den Test aber ebenfalls nutzen. Die Kosten in Höhe von 4,90 Euro müssen dann jedoch selbst gezahlt werden. Dirk Janssen, stellvertretender Vorstand des BKK-Landesverbandes Nordwest, sprach angesichts des neuen Schnellverfahrens im Beitrag von einem „Durchbruch“: „Die Verordnung von Antibiotikum war ein Sorgenkind der Krankenkassen. 80 bis 90 Prozent der Atemwegsinfekte – zu denen Erkältungen oder Grippe gehören – sind durch Viren verursacht. Antibiotika helfen hier nicht. Und trotzdem nimmt deren Einsatz gerade in den Wintermonaten zu.“

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

„Vom Medikamentenlager direkt zum Patienten“
FAZ: Drogerien plus Versandhandel statt Apotheken »

Mehr aus Ressort

Verunreinigungen festgestellt
Amoxicillin geht Retour »
Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»
Dokumentation, Standardisierung & Co.
Patientensicherheit in der Rezeptur»