Melanomtherapie

Pembrolizumab: Mehr Nebenwirkungen – weniger Rezidive Alexandra Negt, 18.02.2020 11:55 Uhr

Berlin - Pembrolizumab (Keytruda, MSD) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper und zählt zu den PD-1-Inhibitoren. Als Immun-Checkpoint-Inhibitor nutzt der Wirkstoff die körpereigene Immunantwort gegen Krebs. Pembrolizumab wird unter anderem gegen Hautkrebs eingesetzt. Innerhalb einer randomisierten klinischen Melanom-Studie konnte nun gezeigt werden, dass das Auftreten von immunbedingten Nebenwirkungen mit einem längeren rezidivfreien Überleben verbunden ist. 

Studie

Forscher der Université Paris-Saclay in Villejuif, untersuchten im Rahmen einer Studie, ob immunbedingte unerwünschte Ereignisse (ibUE) bei Patienten mit einem Melanom, die mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab behandelt wurden, mit einem rezidivfreien Überleben verbunden sind. Ergebnis: Im Vergleich zur Placebogruppe war in der Pembrolizumab-Gruppe die Gefahr eines Rückfalls nach dem Auftreten einer Nebenwirkung geringer als vor dem Auftreten oder dem Ausleiben einer unerwünschten Arzneimittelwirkung. Die Inzidenz von ibUE betrug 37,4 Prozent in der Pembrolizumab-Gruppe und 9 Prozent in der Placebogruppe. Das Auftreten eines ibUE war in der Pembrolizumabgruppe mit einem längeren rezidivfreien Überleben assoziiert – dieser Zusammenhang blieb in der Placebogruppe aus.

Insgesamt nahmen an der Studie 1019 Probanden über 18 Jahre mit Stadium III-Melanom teil. Alle Probanden hatten eine vollständige Resektion eines Melanoms der Haut mit Metastasen in Lymphknoten. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit Pembrolizumab oder mit Placebo zugeordnet. Die Studiendauer betrug ein Jahr. Die Probanden erhielten insgesamt 18 Dosen – alle drei Wochen wurden 200 mg Pembrolizumab, oder Placebo, per Infusion gegeben. Die Anwendung wurde bei Wiederauftreten der Erkrankung oder dem Eintritt inakzeptabler toxischer Wirkungen vorzeitig beendet.

38 Prozent der Teilnehmer waren zwischen 50 und 64 Jahre alt. 37 Prozent waren jünger als 50 Jahre, 25 Prozent waren älter als 64 Jahre. Knapp 62 Prozent der Probanden waren männlich. Das rezidivfreie Überleben bei den Patienten der Pembrolizumab-Gruppe war länger als in der Placebogruppe.

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