Spielsucht: Arzneimittel oft Ursache

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Berlin -

Levedopa, Ropinirol und Pramipexol: Die medikamentöse Therapie von Parkinson hat zahlreiche Nebenwirkungen. So stimulieren dopaminerge Substanzen das Belohnungszentrum im Gehirn. Die Folge sind Zwangstörungen sowie eine verminderte Impulskontrolle, die sich in Spiel- und Kaufsucht sowie einer belastenden Hypersexualität niederschlagen können. Forscher in den USA haben nun erstmals Zahlen hierzu vorgelegt.

Die Wissenschaftler werteten Berichte über Impulskontrollstörungen aus, die bei der Arzneimittelbehörde FDA zwischen den Jahren 2003 und 2012 eingegangen waren. 700 der insgesamt 1500 Meldungen aus 22 Ländern standen im direkten Zusammenhang mit der Einnahme dopaminerger Substanzen, bei denen es sich größtenteils um Parkinsonmittel handelte.

Die Autoren sehen darin einen Beweis für die direkte Korrelation zwischen dem Einsatz dieser Medikamenten und den genannten Störungen. Sie fordern daher, diese Nebenwirkungen in den Fachinformationen aufzunehmen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte die Hersteller von Parkinsonmitteln bereits im vergangenen Jahr aufgefordert, ihre Produktinformationen zu ergänzen.

Bei Ropinirol ist eine Information zum Risiko der Hypersexualität schon seit 2006 auf dem Beipackzettel aufgeführt. Grund war ein Rechtsstreit des Herstellers des Originalpräparats Requip, GlaxoSmithKline (GSK): Ein französischer Familienvater hatte den Konzern verklagt, weil er nach zweijähriger Einnahme angeblich sex- und spielsüchtig geworden war. GSK musste dem Mann nach einem langwierigen Prozess 200.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

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