Grippesaison 21/22: Fehlt der Impfstoff?

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Berlin - Abstandsregeln, Lockdown & Co. haben im vergangenen Winter auch dazu geführt, dass es kaum Grippefälle gab. Eine wirkliche Welle blieb aus. Für den Moment erscheint das gut, doch mit Blick auf den kommenden Winter befürchten Ärzt:innen eine umso heftigere Grippewelle. Der Grund könnte fehlender Impfstoff sein. Die Hersteller wiederrum geben Entwarnung.

Grippeimpfstoffe werden von Jahr zu Jahr angepasst. Influenzaviren sind sehr wandelbar, deshalb wird jährlich auf die aktuell kursierenden Stämme geschaut. Nur so können die Vakzine weiterhin wirksam sein. Was genau auf ein Jahr ohne Grippe folgt, ist unklar. In den vergangenen Jahren folgte auf eine ruhige Saison meist eine mit hohen Infektionszahlen und vielen schweren Verläufen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt jedes Jahr die genaue Zusammensetzung der saisonalen Grippeimpfstoffe bekannt. Für die kommende Saison ändert sich nicht alles. „Manchmal ändert die WHO die Zusammensetzung im Vergleich zur Vorjahressaison nicht komplett, so wurden für die kommende Saison zwei Stämme ausgetauscht. Im Grippeimpfstoff 2021/22 sind die beiden Influenza A-Stämme A/Victoria/2570/2019 (H1N1)-like virus und A/Cambodia/e0826360/2020 (H3N2)-like virus neu enthalten. Sie ersetzen die Stämme A/Guangdong-Maonan/SWL1536/2019 (H1N1)-like virus und A/Hong Kong/2671/2019 (H3N2)-like virus“, informiert eine Sprecherin von GlaxoSmithKline (GSK).

2020 gab es keine messbare Grippewelle

Die Vorgaben für die Produktion waren schon vor dem Ende der letzten Grippesaison bekannt. Und ganz ausgefallen sei diese zudem nicht. GSK verweist hier auf die aktuellen Berichte vom Robert Koch-Institut (RKI): „Wenn man sich die Zahlen des RKI ansieht, ist die letzte Saison zwar mild verlaufen, aber nicht ausgefallen. Knapp 190.000 Fälle wurden in der Saison 2020/21 registriert.“ Das RKI beurteilt die Zahlen wie folgt: „In der Saison 2020/21 hat sich in Deutschland keine auf Bevölkerungsebene messbare Grippewelle aufgebaut.“

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die nationale Reserve bereits bestellt. Folgende Vakzine wurden geordert:

  • Influsplit Tetra (GSK)
  • Influvac Tetra (Mylan)
  • Flucelvax Tetra (Seqirus)
  • Vaxigrip Tetra (Sanofi-Aventis)

Wie viel auf die einzelnen Hersteller entfällt, wollte das BMG nicht verraten: „Die jeweiligen Bestellmengen unterliegen wie andere Vertragsdetails der Vertraulichkeit.“ Anders als im Vorjahr sollen alle Impfstoffe aus diesem Sonderkontingent in deutscher Aufmachung daher kommen.

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