Grippeimpfstoff: Tabakpflanze statt Hühnerei

, Uhr

Berlin - Bislang werden die meisten Grippeimpfstoffe noch immer in embryonierten Hühnereiern hergestellt. Aufgrund von Kapazitätsgrenzen und Allergien wird jedoch nach Alternativen gesucht. Die Herstellung einer Vakzine in Tabakpflanzen zeigt vielversprechende Ergebnisse und könnte schon bald eine solche Alternative darstellen.

Für die Herstellung von Impfstoffen per Hühnerei werden infektiologisch kontrollierte Hühnerbestände benötigt. Die Eier müssen zunächst befruchtet werden, damit sie anschließend unter sterilen Bedingungen beimpft werden können. Der Prozess ist relativ aufwendig, außerdem sind die Kapazitäten begrenzt. Bei der Aufbereitung der Impfstoffe können zudem potenzielle Allergene aus dem Hühnereiweiß zurückbleiben und für allergische Reaktionen sorgen. Auch ethische Aspekte rücken zunehmend in den Fokus.

Tabakpflanzen als Brutstätte

Die Forschung sucht daher nach wirksamen Alternativen für die Herstellung von Grippeimpfstoffen. Daten einer Phase-III-Studie belegen nun eine protektive Wirkung für eine rekombinante, quadrivalente Vakzine, deren Proteine in Tabakpflanzen erzeugt werden. Forscher des McGill University Health Centre in Kanada führten die Studie unter anderem auch in den USA und Europa durch. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „The Lancet“ publiziert.

Für die Herstellung der Vakzine wurde die australische Tabakpflanze Nicotiana benthamiana verwendet. Der Impfstoff enthält rekombinant hergestellte Hämagglutininproteine des Influenzavirus. Diese lagern sich spontan zu virusähnlichen Partikeln zusammen, den sogenannten „quadrivalent virus-like particles“ (QVLP), welche frei von viraler RNA sind.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Unter Einhaltung der Corona-Regeln
Bus und Bahn: Kein erhöhtes Infektionsrisiko »
Chronische Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes
Bayer: Ist Finerenon der neue Blockbuster? »
Weiteres
Callmyapo und deine Apotheke werden abgelöst
Gesund.de: Die Konditionen»
Akne, Neurodermitis & Co.
Welchen Einfluss hat der pH-Wert?»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B