Infektionskrankheiten

Ebola-Impfstoff vor der Zulassung

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Berlin -

Der Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV hat sich in einer großen Phase-III-Studie als wirksam erwiesen. Der US-Konzern Merck rechnet mit einer Zulassung in den USA und in Europa bis Ende kommenden Jahres. Die Vakzine wirkt binnen zehn Tagen und kann auch bei Kindern ab sechs Jahre eingesetzt werden.

rVSV-Zebov war von der kanadischen Firma NewLink Genetics entwickelt und im vergangenen Jahr im westafrikanischen Guinea erfolgreich getestet worden. Von den 5800 Menschen, die mit rVSV-Zebov geimpft wurden, erkrankte niemand an Ebola. In der Kontrollgruppe mit nicht geimpften Menschen gab es 23 Ebola-Infektionen, berichten die Forscher im Fachjournal „The Lancet“.

Hergestellt werden sollen der Impfstoff in großen Mengen in Burgwedel bei Hannover. Merck investiert rund 60 Millionen Euro in den Standort. Das Werk werde künftig, wenn nötig, Millionen Impfdosen im Jahr herstellen, sagte Fons Verhaegen, Geschäftsführer der dort ansässigen Konzerntochter Burgwedel Biotech.

Die WHO hatte das Sicherheitsprofil als akzeptabel eingestuft. 300.000 Dosen sollen sofort für mögliche Epidemien bereitgestellt werden. Die globale Impfallianz Gavi hat dafür bereits fünf Millionen US-Dollar bewilligt.

Derzeit gebe es mehrere unabhängige Programme zur Entwicklung eines präventiven Ebola-Impfstoffs in unterschiedlichsten Entwicklungsstadien, teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Bundesbehörde prüft und bewertet Impfstoffe. Am weitesten in der Entwicklung fortgeschritten seien neben VSV-ZEBOV chAd3-EBO-Z (GSK) und Ad26-EBOV in Kombination mit MVA-EBOV (Crucell/Johnson & Johnson), hieß es.

Nach Angaben des PEI gibt es begründete Hoffnung, dass Ebola-Impfstoffe die Anzahl der Infizierten vermindern werden können. Auch eine prophylaktische Impfung vor Eintreten einer epidemischen Ausbreitung der Ebola-Viren in einer Region sei denkbar.

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